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Me, myself & Ei: Wie mir ein Yoni-Egg hilft, mehr zu meinem Körper zu finden

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Trigger-Warnung: ich schreibe hier über Magersucht und sexuelle Belästigung

In den letzten Monaten habe ich eine ganz neue Verbindung zu meinem Körper aufgebaut. Eine, die ich selbst vor meiner Magersucht so nicht hatte. Und auch in den letzten Jahren durchs Yoga so nicht aufbauen konnte. (Auch wenn mir meine regelmäßige Praxis schon sehr dabei geholfen hat, mehr zu mir zu finden und zu erkennen, dass ich mehr als nur eine “Hülle” aus Haut, Haar, Knochen und Co. bin 🧘🏼)

Was ist ein Yoni-Egg?

Vielleicht habt ihr in der letzten Woche bereits meinen Artikel über das Yoni-Egg von liebelei auf “Très Click” entdeckt. Ich erzähle darin, was es mit dem Edelstein-Ei für die Vagina auf sich hat, wie ich damit drei Monate lang meinen Beckenboden trainierte und welchen Effekt die Liebeskugel 1.0 auf mein Lustempfinden hat(te).

Ihr könnt den Artikel hier in voller Länge lesen.

Auch wenn ich in dem wirklich persönlichen Text ganz schön ins Detail gehe und kein Blatt vor die Yoni (übersetzt aus dem Sanskrit übrigens Vagina) nehme, habe ich einen Aspekt meines Selbsttests ausgelassen:

Ich konnte mit dem Yoni-Ei nicht nur das Gefühl in meiner Vagina intensivieren, sondern ein viel stärkeres Empfinden für meinen ganzen Körper entwickeln.

In der Vagina liegt die Kraft

Als ich am 21. November 2020 – einen Tag nach meinem 28. Geburtstag – zum ersten Mal ein Date mit mir und meinem Yoni-Egg habe, ist mir noch nicht bewusst, was ich da in den kommenden Minuten (und Wochen) in Gang setzen werde.

Ich habe mich zwar für ein Yoni-Egg aus Rosenquarz entschieden, weil der Edelstein laut liebelei-Gründerin Katharina für “bedingungslose Liebe, freudvolle Fruchtbarkeit und prickelnde Sexualität” steht. Es aber echt nicht für möglich gehalten, dass die Energie des Kristalls so extrem auf mich wirken würde.

Kurze Sidenote: Yoni-Eggs werden aus unterschiedlichen Edelsteinen hergestellt. Neben “meiner Variante” aus Rosenquarz gibt es bei liebelei auch welche aus Jade, Bergkristall, Obsidian, Amethyst und Saphirquarz. Jeder bringt eine andere Heilwirkung mit sich. Welche das jeweils ist, könnt ihr hier lesen.

Hello, Yoni. Hello, Beauty.

Zurück zu meinem “ersten Mal”. Ich habe das Ei gerade erst mit der Post erhalten und es aus seiner wunderschönen Verpackung geholt. Draußen dämmert es schon leicht. Ich beschließe, es mir im Wohnzimmer gemütlich zu machen.

Um mich herum flackern Kerzen, in meinem Rücken spüre ich die weichen Sofakissen. Untenrum bin ich frei. Also zumindest denke ich das. Noch. Wenige Minuten später werde ich erfahren, dass ich untenrum alles andere als frei war. Heruntergezogenes Höschen hin oder her.

Bevor ich das Yoni-Egg mit etwas Gleitcreme in meine Vagina einführe, hole ich mir noch einen Spiegel auf die Couch. Mir fällt auf, dass ich mich noch nie betrachtet habe. Selbst meine Kosmetikerin, die mich bis 2018 regelmäßig im Intimbereich gesugart hat, kennt meine Vulva besser als ich.

Vulva oder Vagina? Was ist eigentlich was?

Noch ein kleiner Exkurs, weil ich das Wort gerade benutzt habe: Viele kennen den Unterschied zwischen “Vulva” und “Vagina” nicht. Und ich bin ehrlich, bis vor zwei Jahren gehörte ich selber dazu. Die Vulva ist das sichtbare weibliche Genital. Die Vagina ist Teil der Vulva, aber noch so viel mehr. Sie ist das, was den äußeren Scheideneingang mit dem innenliegenden Muttermund bzw. der Gebärmutter verbindet. Oder salopp gesagt: Das Stück, wo euer Tampon sitzt (falls ihr einen verwendet).

Als ich meine Füße aufstelle und meine Knie zu den Seiten fallen lasse – so als wäre ich ein Schmetterling, der seine Flügel in voller Pracht präsentiert – gebe ich mir zum ersten Mal die Erlaubnis, die Schönheit meiner Vulva zu erkunden.

Dazu passend:

Innerhalb weniger Sekunden fließen bei mir die ersten Tränen. “Sh*t, bist du aber schön”, denke ich. Ein erster Schritt der Annäherung. Ein erster Schritt der Versöhnung.

Im Klinsch mit meiner Klitoris

Ich liege seit Jahren im Klinsch mit meiner Klitoris. Und allem, was dazu gehört. Seitdem ich mit 14 Jahren zum ersten Mal Sex hatte, ist meine Vagina für mich etwas, das den Männern “gehört”. Seitdem mich ein Fremder sechs Jahre später auf einer Party sexuell belästigt und ungefragt zwei seiner Finger in meine Yoni gesteckt hat, lehne ich sie unterbewusst ab.

Natürlich ist das eine ganz persönliche Geschichte. Und ein ganz persönliches Empfinden. Ich bin damit dennoch nicht allein. Bei meiner Recherche zu dem Thema bin ich auf einen wirklich interessanten stern-Artikel gestoßen, in dem über das “verschwiegene Sexualorgan” gesprochen wird. Darin heißt es kritisch: “Der Mann hat ein Sexualorgan. Die Frau hat ein Loch. Sie ist definiert durch eine Abwesenheit.”

Als ich jetzt auf der Couch liege, bin ich alles andere abwesend. Ich bin präsenter denn je. In mir. In meinem Körper. In meiner Vagina.

Meine ausgehungerte Weiblichkeit

Ich weine. Mit jeder Träne scheint ein Teil jenes Parts von mir abzufallen, der meine Weiblichkeit abgelehnt hat. Plötzlich geht es hier nicht allein um mein Sexualorgan. Sondern um mich als Frau. Als Mensch. Als Einheit.

Noch intensiver wird dieses Gefühl, als ich das Yoni-Egg einführe. Mit seiner angenehmen Schwere sorgt es für einen Anflug von Leichtigkeit. Es scheint etwas in mir (aus) zu lösen. Erinnerungen, Traumata, Ablehnung.

Vor meinem inneren Auge sehe ich meinen abgemagerten Körper. Bilder aus 2016 holen mich ein. Damals wiege ich etwa 20 Kilo weniger als heute. Mit exzessivem Sport und einem restriktivem Essverhalten beute ich meinen Körper aus. Ich nehme ihm alles. Auch seine Weiblichkeit.

Heute habe ich meine “Kurven” aka Brüste und Boppes zwar wieder und meine Magersucht im Griff (ja, vielleicht sogar komplett besiegt), meine Weiblichkeit konnte mir mein “altes, neues” Gewicht jedoch nicht zurückgeben. Dafür scheint nun das Yoni-Egg zu sorgen.

Yoni-Egg: Zurück in mir. Zurück zu mir.

In den letzten drei Monaten habe ich – im wahrsten Sinne des Wortes – einen komplett neuen Zugang zu mir gefunden. Mir ist bewusst geworden, dass ich meinen Körper nur dann wirklich annehmen kann, wenn ich keine Facette auslasse und mich mit meinem wunden (G-)Punkt, meiner Weiblichkeit, befasse.

Ich habe gelernt, dass die Vagina nicht nur die Quelle des Lebens sondern auch der Selbstliebe ist. Je öfter ich mich mit ihr auf liebevolle Weise auseinander gesetzt habe, umso näher bin ich meiner ganzen Selbst gekommen. Ich habe nicht nur meine Vagina besser kennengelernt, sondern allen voran auch mich. Ein Schritt, den ich auf meinem Recovery-Journey so noch nicht gegangen bin.

Ein Schritt, der endlich dazu geführt hat, dass ich wieder vollends in meinem Körper angekommen bin und mit stolz sagen kann: Ich und meine Yoni – wir sind wunderschön.

Disclaimer:

Yoni-Egg à la liebelei

Wer jetzt neugierig geworden ist: Schaut euch gerne den Shop von liebelei an. Oder folgt ihnen hier auf Instagram. Gründerin Katharina geht es nämlich nicht ums “Verkaufen, Verkaufen, Verkaufen” (obwohl ihr jeder verdienter Cent von Herzen gegönnt sei!). Sie sorgt – meiner Meinung nach – für genau die “Pussy Power”, die zwar millionenfach auf Shirts schwedischer Modeketten gedruckt wird, bei uns aber trotzdem nicht gelebt wird.

Dafür schreibt sie selber Blogposts, gibt wundervolle Workshops (ich habe im Dezember selber an einem teilgenommen) und thematisiert in ihren Insta-Stories Themen, die andere als Tabu abstempeln.

Ich habe an dieser Stelle zwar keinen Code für euch, aber eine Empfehlung, die von Herzen kommt. Support liebelei 💞

Photo: liebelei

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