Body & Soul,  Magersucht

Taylor Swift spricht über ihre Essstörung // Was ich daraus gelernt habe

Es ist schon zehn Monate her, da habe ich auf Netflix die Doku “Miss Americana” über Taylor Swift gesehen, die ich für ihre Musik und ihren Charakter schon lange liebe. (2018 bin ich extra nach London geflogen, um sie im Wembley Stadion zu sehen 😅😍)

Ein Satz der Sängerin klingt mir seither nach: “We don’t do that anymore.” Also: “Wir machen das nicht mehr.”

Was sie nicht mehr macht? Und weshalb mich dieser Satz so inspirierte? Dafür muss ich kurz ausholen und die Aussage in den Kontext rücken:

Taylor Swift spricht über ihre Essstörung

In einer Szene des Films spricht Taylor Swift super offen über ihre Essstörung, die sie während ihrer Karriere und Zeit im Rampenlicht entwickelt hat.

Dabei geht sie vor allem darauf ein, dass es ihr nicht gut tat (und auch immer noch nicht tut), wenn sie jeden Tag Fotos von sich im Internet und in Magazinen sieht.

“Ich habe die Tendenz – und ich bin wirklich nicht stolz darauf – dass mich Aufnahmen, auf denen mein Bauch zu dick aussieht, dazu triggern, zu hungern und einfach nicht mehr zu essen”, erklärt sie.

Anschließend sieht man Aufnahmen von ihr aus den Jahren 2014 und 2015, auf denen sie sichtlich schmaler ist als heute. Jede ihrer Rippen ist zu sehen, ihre Schultern wirken extrem spitz und an ihren Oberarmen ist kaum noch Fett.

Als hätte ich mich selbst in der Doku sprechen gehört

Schon damals kommen in ihrem Umfeld erste Bedenken auf. Doch Taylor – so erzählt sie – erklärt allen, dass das völlig normal sei und sie einfach nur viel Sport treibe. “Und ja, ich machte auch viel Sport. Aber ich aß nicht”, gibt sie in der Doku zu.

An genau dieser Stelle fließen bei mir die Tränen, als ich “Miss Americana” im Januar 2020 gucke. Denn genau diese Ausrede habe ich 2015 auch immer benutzt. “Ich ernähre mich gesund und treibe viel Sport”, spulte ich immer und immer wieder ab, sobald mich jemand auf meinen starken Gewichtsverlust ansprach.

Ich fühle mit Taylor. Ich finde mich komplett in ihrer Geschichte wieder. Vielleicht sollen mich ihre nächsten Worte auch deshalb so prägen:

“Das hier hätte mich damals in eine ganz schöne Abwärtsspirale aus Selbsthass gerissen”, sagt sie und hält dabei ihr Handydisplay in die Kamera, auf dem man ein Foto von ihr sieht.

“Ich habe mich gestern dabei ertappt, das hier zu machen”, verrät sie als sie mit ihren Zeigefingern an ihren Bauch heranzoomt. “Und da habe ich mir gesagt: ‘Nein, wir machen das nicht mehr. Wir – machen – das – nicht – mehr.’

Ich mache es auch nicht mehr

Ich weiß nicht, wie oft ich in meinem Leben vor meinen Spiegel getreten bin, mein Oberteil hochgezogen habe und mich anschließend für meinen “speckigen Bauch” kritisiert habe. Es müssen unzählige Male gewesen sein.

Doch seitdem ich diese Szene gesehen habe, sage auch ich mir immer wieder, dass ich das nicht mehr mache. Ich trete nicht mehr vor den Spiegel, um mir – entschuldigt – Bull**it einzureden. Ich brauche das nicht. Ich möchte das nicht. Und vor allem: Ich bin solch negativen Selftalk auch gar nicht wert.

Bevor ich meinen Körper betrachte, mache ich mir nun also immer bewusst, in welcher Stimmung ich gerade bin. Stecke ich gerade wieder voller Selbstzweifel, trete ich nicht vor den Spiegel. Wenn ich jedoch merke, dass ich bereit bin, mich voller Wohlwollen anzugucken, tue ich es und überlege, welches Kompliment ich meinem Spiegelbild machen kann.

Taylor Swift ist jetzt viel glücklicher

“Die Tatsache, dass ich eine Size 6 anstatt eine Size Double 0 trage, macht mein Leben besser”, berichtet Taylor Swift schließlich. Ein Satz, den ich genau so unterschreiben kann.

Mein Leben hat seitdem ich zugenommen habe, im wahrsten Sinne des Wortes wieder mehr Gewicht. Ich fühle mich freier. Ich bin erfüllter. Ich habe Spaß. Ich lebe.

Foto: instagram.com/taylorswift/

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