Yoga & Ayurveda

Vollmondritual für Einsteiger: Was ihr braucht & wie es geht

Anzeige // Verlinkungen

Vollmondritual – das klingt erst einmal ein bisschen nach “wir stehen bei Nacht am Hexenkessel, brauen einen Zaubertrank und rufen dabei die guten Geister”. So habe ich zumindest lange gedacht, bis ich im letzten Jahr die unterschiedlichsten Zeremonien kennenlernte und entdeckte, dass alles gar nicht so super “simsalabim” sein muss.

Stattdessen kann ein Vollmondritual einfach ein schöner Moment der Innenkehr sein, den man sich einmal im Monat im Kalender notiert. Sozusagen als “Date mit sich selbst”.

Das Schöne daran: Für dieses Treffen mit sich selbst muss man weder spirituell sein, noch braucht man viel Schnickschnack oder großartige Vorkenntnisse. Es reicht, wenn man sich ein paar Minuten freihält und die Intention pflegt, sich etwas Gutes zu tun.

Wie also läuft ein Vollmondritual ab?

So ein Ritual kann total unterschiedlich aussehen. Manche meditieren, andere laden ihre Kristalle auf und dritte zeichnen Mind-Maps.

Eins haben jedoch alle gemeinsam: Sie nutzen die Energie des Vollmondes, um loszulassen.

Neu- und Vollmond gelten als die Höhepunkte und energetisch stärksten Phasen im Mondkalender. Wenn der Mond zunimmt, also gerade den Wandel vom neuen zum vollen Mond durchmacht, gewinnt er an Fülle, Kraft und neuer Energie. Diesen Zeitpunkt können wir für uns nutzen, um Visionen zu manifestieren.

Schrumpft er jedoch zusammen, verwandelt sich also vom Voll- zum abnehmenden Mond, ist es an der Zeit, dass auch wir uns von etwas befreien und Platz für Neues schaffen.

So ein Vollmondritual ist also dafür da, dass wir unser Leben einmal etwas entrümpeln – physisch als auch mental. Heißt genau: Wir räumen nicht nur unsere Wohnung oder uns Haus auf und schmeißen einmal allen Müll heraus, sondern machen Gleiches auch mit unserem zweiten Zuhause, unserem Körper.

Ich mache das, indem ich alles aufschreibe, was mich in meinem Leben blockiert. Das sind oft negative Glaubenssätze, manchmal aber auch To-Dos, die ich schon ewig vor mir herschiebe oder aber innere Monologe, mit denen ich mich oft kleiner mache als ich überhaupt bin.

Aber lasst mich einmal Step by Step erzählen, wie so ein Vollmondritual bei mir aussieht.

Was man für ein Vollmondritual braucht!

Ich habe ja schon geschrieben, dass man eigentlich keinen Schnickschnack – und erst Recht keinen Hexenkessel – benötigt. Ein paar “Hilfsmittel” können dennoch nützlich sein:

  1. Kerzen oder Räucherstäbchen
    Was sicherlich jeder zu Hause hat (nachdem er wieder einmal bei IKEA war 😅 ): Duftkerzen oder Teelichter.
    Diese könnt ihr euch anzünden, um damit eine wohlige Atmosphäre zu schaffen. Wer schon etwas “advanced” ist, kann seine vier Wände auch mit ein bisschen Palo-Santo-Holz ausräuchern.
  2. Ein Journal oder ein einfaches Blatt Papier
    Ob es nun das Notizheft ist, in dem ihr all eure Gedanken festhaltet oder ob es ein stinknormales Blatt Papier ist – es geht darum, dass ihr etwas zum Schreiben habt. Solltet ihr eure Worte während des Rituals verbrennen wollen, ist zweiteres aber sicherlich besser.
  3. Zeremonieller Kakao
    Und nein, damit meine ich nicht den Kaba aus der gelben Dose, sondern 100% natürlichen, wie zum Beispiel den von Moruga, über den ich hier bereits geschrieben habe.
  4. und das ist total optional: Kristalle
    Edelsteine verlieren mit der Zeit an Energie, können im Licht des Vollmondes aber wieder aufgeladen werden. Also quasi so wie euer Handy an der Steckdose. Hier findet ihr eine Anleitung von youmoon dazu.
Credit: www.freepik.com // designed by Pikisuperstar

Was genau mache ich während des Rituals?

Auch das handhabt jeder völlig anders. Ich für meinen Teil liebe jedoch folgenden Ablauf:

Als erstes bereite ich mir meinen Kakao zu. Da gibt es ja unzählige Rezepte, aber ich trinke ihn gerne pur. Anschließend fülle ich ihn mir in eine hübsche Tasse, zünde mir im Wohnzimmer meine Kerzen und ein Räucherstäbchen an und setze mich auf mein Meditationskissen aka altes Couchkissen mit hässlichem Blumenmuster. 😅

Danach stelle ich meine “Heart Wide Open”-Playlist an, trinke Schluck für Schluck meinen Kakao und schließe meine Augen, während ich in mein Herz einatme.

Das Heißgetränk, das schon bei den Mayas und Inkas als Heilmittel und Herzöffner eingesetzt wurde, schafft es, mich tiefer in mein Innerstes zu ziehen. Es leitet mich zu meinen Emotionen und zeigt, welche Teile meiner Psyche meinem Wachstum im Weg stehen.

Oder weniger spirituell gesagt: Durch den Kakao und die bewusste Atmung kommen Gefühle hoch. Ich spüre, wo Blockaden sitzen. Diese schreibe ich mir danach auf.

Manchmal ist es ein simpler Satz wie “Ich muss etwas leisten, um geliebt zu werden”. (Mein Endgegner-Glaubenssatz, der mich immer wieder an mir zweifeln lässt.)

Mein Motto: Exhale the bullshit!

Jetzt kommt der Part, in dem ich mich von dieser Blockade löse: Ich stelle mich etwa hüftbreit hin, gehe leicht in die Knie und platziere meine Hände auf meinen Oberschenkeln.

Nun rufe ich mir meinen negativen Glaubenssatz in den Kopf, atme tief ein, atme tief aus, sage “ich befreie mich von diesem Gedanken”, atme nun zu zwei Dritteln ein und lasse mich mit der nächsten Ausatmung mit dem Oberkörper nach vorne fallen, sodass dieser nach vorne gebeugt ist und wirklich das letzte bisschen “alter Luft” aus meinen Lungen und meinem Bauch “gequetscht” wird.

Yogis kennen diese Atmung auch als Mukha Bhastrika. Ihr findet die genaue Erklärung in diesem Video:

Bei jeder Ausatmung – ich mache das Ganze drei Mal – sage ich zu mir “frei” und befreie mich so nach und nach von meiner Blockade.

Wer will kann anschließend noch das Stück Papier anzünden, auf das er seine Gedanken geschrieben hat. Ich lasse das aber lieber, weil in unserem Wohnzimmer ein Feuermelder hängt und ich keine Lust auf Besuch von der Feuerwehr habe. 😅

Namasté & happy full moon!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.