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Sex und Magersucht – geht da überhaupt was?

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Es ist ein Thema über das selten jemand spricht. Allerdings auch eins, das viele interessiert. Sex. Oder genauer: Sex während einer Magersucht.

In privaten Nachrichten auf Instagram wurde ich schon häufig gefragt, ob ich während meiner Magersucht Sex hatte – bzw. überhaupt Lust verspürt habe.

Diese Frage kommt häufig von Betroffenen, fängt eigentlich immer mit den Worten “das ist jetzt bestimmt zu intim, aber…” an und lässt sich von mir mit nur vier Buchstaben beantworten. N E I N.

Nein, ich hatte während ich mit meiner Magersucht zu kämpfen hatte keinen Sex. Und das hat drei ganz einfache Gründe:

1. Ich hatte nur das Eine im Kopf

… aber eben nicht das, was man unter der Redewendung versteht. Im Gegenteil: Ich hatte alles andere im Kopf, als mit einem Mann zu schlafen.

Meine Gedanken kreisten pausenlos ums Essen – beziehungsweise ums “Nicht-Essen”. Ich zählte immer wieder auf, was ich schon zu mir genommen hatte, berechnete wie viel ich wohl noch essen “dürfe” und überlegte fleißig, wie ich noch ein paar Kalorien verbrennen konnte.

Und ja, “Bettsport” wäre bestimmt auch eine Möglichkeit gewesen, aber Sex tauchte in meinen Überlegungen kein einziges Mal auf.

2. Ich ertrug meinen nackten Körper nicht

Hinzu kam, dass zum Sex ja auch noch ein anderer entscheidender Teil gehört. Das Ausziehen.

Doch ich hasste meinen Körper so sehr, dass ich mich garantiert vor keiner anderen Person nackig machen wollte. Ich mein, mir fiel es ja schon schwer, mich allein vor den Spiegel zu stellen und anzugucken. Aber dann auch noch von einer anderen Person angeschaut zu werden?! NO WAY!

Nachdem ich meine Magersucht besiegt hatte, blieb diese “Scham” übrigens noch eine ganze Zeit bestehen. Ich kam zwar mit meinem Körper klar. Aber da war dann auch schon eine Grenze erreicht.

Erst als ich meinen Freund kennenlernte, konnte ich mich langsam von dem Gedanken lösen, dass mein Körper nicht ansehnlich ist. Bei unseren ersten Malen war ich noch extrem verkopft: Was würde er gerade wohl denken? Wie müsse ich sitzen, damit keine Rolle am Bauch entsteht? Wenn ich so lag, sah ich dann gut aus?

Es dauerte etwas, bis ich begriff, dass diese Fragen total überflüssig waren. Denn seien wir mal ehrlich: Sex ist etwas Sinnliches. Etwas, das uns berühren soll. Und nicht etwas, bei dem wir gut aussehen und performen müssen. (Es sei denn, wir sind ein Porno-Star. Dann ist das bestimmt schon wieder etwas anderes.)

3. So viel Lust wie auf eine Tüte Pommes

Der dritte Grund betrifft die Lust – auch Libido genannt.

Die war bei mir etwa so groß, wie mein Verlangen nach einer Tüte Pommes. Nämlich gleich NULL.

Damit war ich aber kein Einzelfall. Tatsächlich ist es so, dass eine Magersucht negative Auswirkungen auf die Libido der betroffenen Frau hat. Sie geht nahezu verloren. Die Lust bleibt aus.

Aber keine Angst: Mit steigendem Gewicht ändert sich das wieder. So wie sich mit einer Zunahme sowieso das meiste der Schäden wieder reparieren lässt. #recoveryisworthit

Apropos Sex: Wenn ihr eure Lust so richtig entfachen und eine HO-HO-HOTTE Vorweihnachtszeit erleben wollt, kann ich euch den Adventskalender von Amorelie empfehlen, auf den ihr mit dem Code “tabeaxmas” 20% Rabatt bekommt.

Lest hier meine “Tipps im Kampf gegen die Magersucht“.

2 Kommentare

  • Meli

    Ich danke dir für deine Offenheit zu diesem Thema, denn als Frau mit einer Essstörung war dieses Thema für mich natürlich auch wichtig.
    Ein Außenstehender kann das natürlich nicht verstehen, aber die Gedanken gehen in jede Richtung – außer zum Sex. Und bei mir hat es wirklich lange gedauert, bis ich mit Normalgewicht auch wieder Lust empfunden habe – denn man muss ja trotzdem sich und seinen Körper lieben bzw. akzeptieren.

    Du bist eine starke Frau!

    • Tabea

      Du Liebe,
      ich danke dir so sehr für dein Feedback!

      Mir war es einfach so wichtig, darüber zu schreiben, weil ich mich damals immer etwas “geschämt” habe, wenn Freundinnen von ihren Flirts & Affären erzählten und ich still dabei saß und nichts zu dem Thema sagen konnte.
      Ich fühlte mich dann immer wie eine absolute Außenseiterin und fragte mich, wie es wohl anderen Betroffenen geht.

      Bei mir hat es sicherlich auch zehn Monate wenn nicht sogar ein Jahr gedauert. Und selbst heute habe ich manchmal noch so meine Gedanken wenn ich mich vor meinem Freund ausziehe. Aber die verfliegen glücklicherweise noch schneller als sie auftauchen.

      Habe einen wundervollen Freitag!
      Danke für deine offenen Worte, du ebenfalls starke Frau!!

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