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Reisen mit Histaminintoleranz: So klappt’s!

Im März 2019 war ich am Höhepunkt (oder besser: Tiefpunkt) meiner Histaminintoleranz. Ich vertrug lediglich acht Lebensmittel, kämpfte ständig mit diesem unglaublich belastendem Kloßgefühl im Hals und hatte bei jeder Mahlzeit Angst, sie würde mir den Tag ruinieren.

Trotzdem beschlossen mein Freund und ich, Anfang Mai in die USA zu fliegen. Denn eins war klar: Ich ließ es ganz sicherlich nicht zu, dass mir die Intoleranz mein Leben versaute und mir die Lust am Reisen nahm. Ich wollte San Francisco sehen, ich wollte im ältesten Starbucks der Welt in Seattle stehen und ich wollte einen Roadtrip durch Oregon unternehmen.

Mir war bei all der Vorfreude aber auch klar, dass ich mich gut vorbereiten müsste. Schließlich ist es auf Reisen – und dann auch noch in einem fremden Land – schwieriger, sich histaminarm zu ernähren.

Wir waren zwei Wochen unterwegs. 14 Tage, in denen ich viele Erfahrungen zu dem Thema “Reisen mit Histaminintoleranz” sammeln durfte. Diese habe ich nun in sieben Tipps für euch zusammengefasst.

Reisen mit Histaminintoleranz: Meine Tipps

1. Airbnb statt Hotel

Fangen wir gaaaanz vorne an. Noch bevor ihr euch in den Zug, das Auto oder in den Flieger setzt. Nämlich beim Buchen eurer Unterkunft.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es mit einer Histaminintoleranz viel einfacher ist, wenn man in einer Ferienwohnung und nicht etwa im Hotel nächtigt – vorausgesetzt, das Airbnb hat eine gut ausgestattete Küche, in der ihr eure Mahlzeiten ohne Probleme zubereiten könnt.

So seid ihr auf keine “fremde” Menükarte angewiesen und könnt euch sicher sein, dass ihr alle Zutaten in eurem Gericht vertragt. Ihr habt es ja schließlich selber gezaubert.

Meine bisherigen Unterkünfte habe ich immer über Airbnb gesucht und gefunden. Da könnt ihr unter “Ausstattung” nämlich ganz einfach nach “mit Küche” filtern. Easy peasy 😊

2. Supplements nicht vergessen!

Die Unterkunft ist gebucht, die Reise steht kurz vor der Tür. Jetzt geht es ans Kofferpacken.

Ich liebe es ja, mir im Vorfeld eine Check-Liste zu schreiben, die ich – wenn ich dann vor meinem Schrank stehe – einfach nur noch abarbeiten kann. Socken, Hosen, Kleider, Zahnbürste (vergesse ich eigentlich immer 🙈 ), Glätteisen, Shirts – und ganz wichtig: alle Hilfsmittelchen, die ich so brauche, um meinen Darm intakt zu halten.

Welche das genau sind, ist natürlich von Person zu Person und Darm zu Darm unterschiedlich. Aber ich sage das, um euch daran zu erinnern, all eure Supplements, Pulver & Tabletten rechtzeitig beisammen zu haben.

Überlegt etwa zehn Tage zuvor, wieviele Pülverchen & Co. ihr mit auf Reisen nehmen müsst und gleicht die Menge mit euren Vorräten ab. Sprich: Wenn ihr jeden Tag 2 TL Gerstengras zu euch nehmt und für zwei Wochen verreist, müsst ihr mindestens 28 TL davon zu Hause haben. Solltet ihr allerdings merken, dass eure Bestände sich bereits dem Ende neigen, bestellt unbedingt Nachschub! So ist die Chance hoch, dass alles rechtzeitig in eurem Koffer landet.

Es wäre doch ärgerlich, wenn eure Supplements unterwegs ausgehen und ihr euren Urlaub damit verbringt, verzweifelt nach dem Original oder einer Alternative zu suchen. (Was im Ausland bestimmt nicht ganz so einfach ist.)

Kleiner Tipp am Rande: Solltet ihr tatsächlich Pulver – wie zum Beispiel Gerstengras – zu euch nehmen und diese in großen Tüten zu Hause lagern (so ist es bei mir nämlich!), dann kauft euch kleine Weckgläser mit Schraubverschluss. In diese könnt ihr dann eure 28 TL abfüllen, spart im Koffer jede Menge Platz und habt alles sicher dabei.

3. Snacks im Koffer – direkt neben den Supplements

Da wir gerade beim Kofferpacken sind: Nehmt euch unbedingt ein paar Snacks mit, die ihr in jedem Fall vertragt!

Nach San Francisco habe ich zum Beispiel jede Menge Riegel mitgenommen. Damals habe ich zwar keine Nüsse vertragen, dafür aber die perfekte Alternative gefunden: die “Apricot”-Rawbites. Davon hatte ich sicherlich so zehn Stück in meinem Koffer. 😅

Natürlich blieben sie aber nicht lange dort. Morgen für Morgen wanderte ein Exemplar in meine Handtasche. Überkam mich tagsüber also der Hunger und es war gerade keines meiner ausgesuchten Restaurants in der Nähe, brauchte ich nur in meine Tasche greifen und hatte meinen “Notfallsnack” sofort zur Hand.

4. Proviant wie ein Profi

Denkt neben den Snacks, die ihr vor Ort essen wollt auch daran, Proviant für die Anreise mitzunehmen.

Wir sind damals 14 Stunden nach San Francisco geflogen und mir war bewusst, dass ich diese Zeit nicht ohne mindestens eine Mahlzeit aushalten würde. Da mir aber auch bewusst war, dass ich das Essen im Flugzeug sicherlich nicht vertragen würde, füllte ich mein Handgepäck wie andere ihren Kühlschrank 😂😂

In einem Tupper nahm ich gekochte Kartoffeln und gedünstete Zucchini mit. In einer Brottüte transportiert ich zwei Äpfel. Und natürlich durften zwei meiner geliebten Riegel auch nicht fehlen.

Als meine Handtasche bei der Airport-Kontrolle gescannt wurde, sah ich fragende Gesichter. Die Security zog mich und meine Tasche kurz darauf aus dem Verkehr. Was ich da denn komisches transportieren würde, wollten die Angestellten wissen. “Ach, einfach nur Kartoffeln, Zucchini und Äpfel”, antwortete ich ganz locker und musste mir das Schmunzeln verkneifen.

Ihre Augen weiteten sich, als ich meinen Tupper öffnete. Man konnte darin ganz deutliche Fragezeichen erkennen.

Besser als nichts & garantiert histaminarm: Diesen Tupper mit Kartoffeln und Zucchini nahm ich mit in den Flieger nach San Francisco. Als alle anderen Passagiere ihre Essen bekamen, packte ich mein “Sterne-Menü” ganz einfach aus.

Bevor sie etwas sagen konnten, erklärte ich: “Ich habe ungefähr 1.000 Allergien, bin gleich 14 Stunden in der Luft und habe keine Lust, beim Reisen hangry zu werden.” Klar, eine Histaminintoleranz ist keine Allergie. Aber mit dem Begriff können einfach viel mehr Menschen etwas anfangen. So auch die Security. “Na, dann guten Hunger”, bekam ich als Antwort.

Falls ihr euch bisher also nicht sicher wart, ob man überhaupt Essen mit in den Flieger neben darf: Ja, darf man. Was man dabei allerdings beachten muss: In manche Länder – zum Beispiel die USA – darf kein Essen eingeführt werden, ohne dass es vorher angemeldet wurde. Heißt: Nehmt eure Äpfel mit in den Flieger und esst sie auf oder lasst sie dort. Die Strafen beim Zoll können nämlich mehr kosten als der ganze Urlaub.

5. Restaurants im Vorfeld auschecken

Wer bei meinem ersten Tipp dachte, “Boah ne, ich möchte im Urlaub doch gar nicht selber kochen”, dem kann ich folgenden Vorschlag machen: Kundschaftet die Restaurant-Szene an eurem Reiseort schon vorher aus und legt euch eine Liste an Bistros & Co. an.

Ich selber stöbere mich gerne durch Instagram, nutze die App “Happy Cow” und schaue ab und zu auch mal bei TripAdvisor, was es für geile Food-Spots an meinem nächsten Urlaubsziel gibt.

Hier erzähle ich euch genauer, auf was ich achte, damit ich meinen Besuch im Restaurant trotz Histaminintoleranz genießen kann.

Oder ihr merkt euch einfach: Pommes gehen eigentlich immer. Zumindest war das bei mir der Fall.

An der Westküste Amerikas bin ich zur wahren “Pommes-Testerin” geworden. Ob als “Waffle”, aus Süßkartoffel oder ganz klassisch – wenn ich nichts anderes auf der Karte entdeckte, wählte ich überall einfach die Pommes 🍟😄

6. Mittelchen für den Notfall

Der vorletzte Punkt passt eigentlich wieder zu dem zweiten. Neben euren Mittelchen, die ihr zum Vorbeugen einnehmt, solltet ihr nämlich auch jene dabei haben, die ihr nehmen könnt, wenn es dann doch passiert ist. Also wenn eure Symptome doch ausgebrochen sind.

Mir hilft es unglaublich, ein/zwei Tropfen meines Lavendelöls unter meine Zunge zu geben. An den Geschmack muss man sich zwar erst gewöhnen, doch mein Hals schwillt binnen Sekunden wieder ab. Aber Achtung: Nicht jedes Öl eignet sich auch für den Verzehr!

Außerdem weiß ich von ein paar Lesern, dass sie mit DAOSIN gute Erfahrungen gemacht haben. Das sind Kapseln aus der Apotheke, die den Histaminabbau unterstützen sollen.

7. Beim Reisen locker bleiben

Diesen Tipp habe ich auch schon in dem verlinkten Blogpost “Tipps, wie ich trotzt HIT ins Restaurant gehen kann” gegeben: Geht die Reise locker an. Urlaub ist doch schließlich zum Entspannen da!

Und wir wissen ja: Histamin wird auch durch Stress ausgelöst.

Also: Bringt eure Sitze in eine aufrechte Haltung, klappt die Tische hoch und genießt eure Reise! ✈️

PS: Falls ihr noch nicht wisst, wohin euer nächster Urlaub gehen soll, habe ich hier einen tollen Tipp. Solltet ihr allerdings schon wissen, dass es für euch nach Bali geht, dann stelle ich euch hier meine liebsten Restaurants in Canggu vor.

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