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Histaminintoleranz heilen: Die häufigsten Fragen

Auf Instagram bekomme ich viele – oft verzweifelte – Nachrichten zum Thema Histaminintoleranz. Ich lese von Hautausschlägen, Migräneattacken, Atemnotattacken und schlimmen Bauchschmerzen. Vor allem aber kommt eins bei mir an: Viele, große Fragezeichen.

Wie habe ich von meiner Histaminintoleranz erfahren? Wie bin ich nach der Diagnose damit umgegangen? Habe ich mir eine zweite Meinung eingeholt? Was habe ich gegessen? Welche Supplements habe ich zu mir genommen? Und natürlich: Bin ich jetzt wirklich geheilt?

All diese Fragen möchte ich hier nun klären. In der Hoffnung, euch damit ein bisschen helfen zu können.

Bevor ich loslege, ist es mir jedoch wichtig darauf hinzuweisen, dass ich lediglich von meinen eigenen Erfahrungen schreibe. Ich habe keine universelle Lösung parat und gebe keine Garantie, dass meine Tipps bei euch genauso anschlagen wie bei mir.

With that said: Lasst mich eure Fragen beantworten.

Wie hast du von deiner Histaminintoleranz erfahren?

In diesem Blogpost habe ich euch schon einmal von meiner Arzt-Misere in 2018 erzählt. Monatelang schnürte es mir nach dem Essen den Hals zu. Ständig hatte ich das Gefühl zu ersticken. Doch egal, in welcher Praxis ich mein Symptom schilderte, niemand konnte mir helfen.

Erst als ich entschied, mich von der Schulmedizin abzuwenden und eine Heilpraktikerin aufzusuchen, war Besserung in Sicht.

Ein paar Tage nachdem mir für den “IgG” und “DAO”-Test von FoodSensor Blut abgenommen wurde, hatte ich es schwarz auf weiß: Ich litt an einer Histaminintoleranz (kurz HIT).

FoodSensor ist ein Fachlabor für Lebensmittelallergien und
-unverträglichkeiten, das mittels Blutdiagnostik präzise Ergebnisse zum IgE-oder IgG-Gehalt im Serum liefert. So lassen sich Intoleranzen und Co. aufdecken und sogar “maßgeschneiderte” Befunde erheben.

Man kann sich mit den Verfahren nämlich nicht nur allgemein auf Antikörper testen lassen, sondern ganz individuell entscheiden, auf welche Lebensmittel man überprüft werden möchte.

So konnte ich zum Beispiel herausfinden, dass ich neben meiner Histaminintoleranz auch auf Haferflocken, Paprika und andere Lebensmittel reagierte, die mit der Intoleranz eigentlich nichts zu tun hatten.

Wie bist du mit der Diagnose umgegangen?

Mit den Testergebnissen in der Hand verließ ich die Praxis total euphorisch. Das klingt jetzt vielleicht etwas paradox und mein Freund wunderte sich auch sehr am Telefon als ich im überglücklich erzählte, was ich jetzt alles nicht mehr essen darf, aber lasst es mich kurz erklären:

Monatelang hatte ich nicht gewusst, was ich habe. Mir ging es immer und immer schlechter und ich konnte einfach nichts dagegen tun. Jetzt hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, es würde bergauf gehen.

Klar war ich mit der Diagnose längst nicht geheilt, aber ich wusste jetzt zumindest, an was ich zu arbeiten hatte und warum mein Hals ständig zuschwoll.

Außerdem sah ich meine “No-Go-Liste” an Lebensmitteln als eine Chance, neue Rezepte und Co. zu entdecken. Im Supermarkt kaufte ich nach meinem Termin zum ersten Mal in meinem Leben Schwarzwurzeln. Außerdem entdeckte ich Hirseflocken (als Hafer-Ersatz) für mich. Anstatt einfach nur zu Altbewährtem zu greifen, wurde mein Einkauf plötzlich zu einer wahren Erkundungstour. Erst jetzt schöpfte ich die Vielfalt meines Bio-Marktes komplett aus.

Deswegen ermutige ich euch: Versteht eure Unverträglichkeit nicht als Einschränkung, sondern als Ansporn, Neues zu entdecken. Eure Diagnose ist kein Ende, sondern ein Neuanfang.

Hast du dir eine zweite Meinung eingeholt?

Ja, habe ich.

Nachdem ich bei der Heilpraktikerin war und damit begonnen hatte mich histaminarm zu ernähren, wurde mein Zustand zwar etwas besser, aber nicht viel. Als ich nach über sechs Wochen immer noch das Gefühl hatte, da müsse noch mehr sein, holte ich mir einen Termin bei einer Kinesiologin.

Bei ihr machten wir einen zweiten Test. Dieses Mal nicht via Blut, sondern via Stuhl. Meine Probe ging in das “GanzImmun”-Labor nach Mainz für eine Magen-Darm-Diagnostik.

Bei unserem nächsten Treffen konnte mir meine Kinesiologin ganz genau erzählen, was in meinem Verdauungstrakt gerade so “abgeht”. Sie konnte mir anhand der Werte zeigen, welchen pH-Wert mein Darm aufweist, welche Bakterien sich in ihm tummeln, ob Pilzerkrankungen vorliegen und wie meine Schleimhautimmunität ist.

Was mich an den Ergebnissen besonders überraschte: Ich hatte keinen Leaky Gut. Also noch nicht. Dafür fehlten mir jedoch ein paar Bakterien und meine Darmflora war ziemlich – ich sag mal – faul.

Ich verließ die Praxis mit vielen neuen Informationen, einem ellenlangen Rezept und ganz viel Hoffnung.

Was hast du gegessen?

Nach dem Termin bei meiner Kinesiologin habe ich erst einmal alles zurückgefahren und meinem Körper ein Reset gegönnt. Sprich: Ich habe eine Mono-Diät eingelegt, die lediglich aus gekochten Kartoffeln bestand. Ohne Gewürze. Ohne Öle. Einfach pur.

Nach etwa einer Woche traute ich mich auch an sieben weitere Lebensmittel. Dabei waren Äpfel, Hirseflocken und Mandeln. (Achtung! Diese Lebensmittel wurden speziell an mir getestet. Nur weil ich sie vertragen habe, heißt es nicht, dass jeder sie problemlos essen kann.)

Weitere drei Wochen später hatte ich dann meinen nächsten Termin, zu dem ich verschiedene Lebensmittel mitnahm. Diese teste meine Kinesiologin an mir und BINGO, bei acht Kostproben gab sie mir ihr Go.

Eine Herausforderung wurde meine anschließende Reise an die USA-Westküste. Für den 11-stündigen Flug tupperte ich mir gekochte Kartoffeln und rohe Zucchini ein. Außerdem füllte ich meinen Koffer mit RawBites, Nüssen und Hirseflocken. Damit konnte ich die zwei Wochen in San Francisco, Seattle & Co. zwar nicht überleben, aber ich hatte wenigstens einen Not-Proviant dabei.

Vor Ort gingen wir selten ins Restaurant. Lieber stellte ich mir an der Salattheke von Whole Foods ein großes Lunch-Paket zusammen. Darin landeten meist: Zucchini, Kürbis, Kartoffeln und rote Beete. Von Dressings und Ölen ließ ich weiterhin die Finger.

links: Mein “Flugzeugessen”: gekochte Kartoffeln und Zucchini. mittig: Pommes gehen trotz Histaminintoleranz immer und werden auf meiner San-Francisco-Reise in jeder Form & Variante getestet. rechts: Für “zwischendurch” habe ich überall einen Riegel dabei.

Wenn wir trotzdem einmal essen gingen, bestellte ich mir Pommes. Die waren nämlich immer und überall drin. (Seither bin ich auch Pommes-Queen und habe rund um den Globus die unterschiedlichsten Varianten getestet. 🍟👸)

Zurück in Deutschland ging es erneut zur Kinesiologin und siehe da: Aus 16 wurden 32 Lebensmittel. Mein Darm schien sich mehr und mehr zu regenerieren. Es fand Heilung statt!

Im August hatte ich meinen letzten Termin in der Praxis. Ich war nun über ein halbes Jahr lang alle vier Wochen hier gewesen. Jedes Mal waren ein paar mehr Lebensmittel auf meine “Positiv-Liste” gekommen. (Hier habe ich für euch eine allgemeine “Histaminarm-Liste” zusammengestellt.) Jedes Mal wurden mir andere Mittelchen verschrieben. Und jedes Mal ging es mir ein kleines bisschen besser.

Was hast du an Tabletten und Co. supplementiert?

Ich werde oft gefragt, wie ich zu DAOSiN stehe. Also jene Kapseln aus der Apotheke, die einen besseren Abbau von Histamin im Verdauungstrakt versprechen.

Wer “Histaminintoleranz Tabletten” googelt, stößt an erster Stelle auf DAOSiN. So erging es mir auch, als ich ganz am Anfang meines Heilungsweges stand. Ich kaufte sie also auch und nahm sie erwartungsvoll ein.

Bei mir zeigte sich jedoch kein Unterschied. Mein Symptom blieb. Ich stellte keine Linderung fest.

Vielmehr setzte ich während meiner Heilung darauf, meinen Darm wieder aufzubauen und meine Darmflora auszubalancieren. Dafür nahm ich unterschiedliche Bakterienstämme in Form einer “Acidophilus Ultra”-Kapsel zu mir und supplementierte viiiiiiel Chlorella.

Außerdem ergänzte ich meine tägliche Tabletten-Routine um unterschiedliche Tinkturen wie zum Beispiel Oreganoöl. Hier alle explizit zu nennen, macht jedoch wenig Sinn, da jeder Darm ganz individuell behandelt werden sollte.

Mein Tipp lautet daher: Sucht eine Heilpraktikerin auf und lasst euch untersuchen.

Bist du jetzt wirklich geheilt?

Wie bereits erzählt: Im August 2019 hatte ich den letzten Termin bei meiner Kinesiologin. Danach zog es mich erst einmal nach Bali.

Der große Unterschied zu der USA-Reise: Für den Flug musste ich nichts mehr eintuppern. Ich konnte im Flieger einfach das essen, was mir aufgetischt wurde. Auch auf der Insel der Götter sah das nicht anders aus.

Ohne lange zu überlegen und die Speisekarte nach möglichen “Histamin-Fallen” abzusuchen, konnte ich aus jedem Menü frei wählen. Ich aß jede Mahlzeit im Restaurant. Und nein, es waren nicht nur Pommes 😅

Ich weiß nicht, ob man von einer “Heilung” sprechen kann, aber auf jeden Fall von einer “extrem Verbesserung”.

Juni vs Oktober 2019: Konnte ich Mitte des Jahres oft nur “Selbstmitgebrachtes” aus dem Tupper essen, kann ich mich seit September wieder auf alles stürzen, was mir im Restaurant serviert wird.

Bis auf Kokos, Reis, Zimt und Mais – vertrage ich heute wieder alles. Nur noch suuuuper selten habe ich das Gefühl zu ersticken.

Mittlerweile spreche ich auch nicht mehr von einer Histaminintoleranz. Also generell nicht. Durch meine Fortbildung zum “Ayurveda Lifestyle Coach” und eigenen Erfahrungen sehe ich das Problem eher in einem zu geringen Verdauungsfeuer und einem stressigen Lifestyle.

Wer seinen Körper heilen möchte, darf das Gesamtbild nämlich nicht aus den Augen verlieren. Neben der Ernährung sollte jeder darauf achten, seinem Körper ausreichend Ruhe zu gönnen. Stress ist nämlich Gift für unseren Darm und fördert – wenn wir doch zurück zum Histamin gehen – die Histaminausschüttung. So auch Sport.

Wer mehr zu dem Thema “Histamin & Sport – geht das überhaupt?” lesen möchte, kann einfach hier klicken.

Ansonsten hoffe ich, dass ich alle Fragen klären konnte.
xx, Tabea 💕

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