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Agni: Wie wir unser Verdauungsfeuer zum Lodern bringen

Manch eine(r) ist mit einem extrem starken Stoffwechsel gesegnet. Kartoffelpuffer, Kokos-Curry, Kuchen – nichts setzt an, alles wird sofort verbrannt.

Ich habe nie so ganz verstanden, wie unser Metabolismus funktioniert. All diese biochemischen Prozesse sind einfach ’ne Nummer zu hoch für mich. Doch seitdem ich mich mit Ayurveda befasse, wird mir endlich klar, was es mit dem Verbrennen auf sich hat.

Glaubt man den uralten indischen Lehren (und das tue ich!), haben wir alle ein Feuer in uns, das Agni. Es sitzt in unserem Magen & Dünndarm und ist für unsere Verdauung verantwortlich.

Ich stelle es mir immer wie ein kleines Kaminfeuer vor, das in uns lodert und erst durch unser Essen so richtig entfacht wird. Ganz so, als würde man Holz oben rauf werfen.

Wenn das Feuer stark ist, verbrennt es den Holzscheit sofort. Ist allerdings nur noch eine Glut da, dauert es ewig, bis der Funke überspringt.

Starkes vs. schwaches Agni

So ist es auch mit unserem Agni: Ist es stark, haben wir eine schnelle Verdauung. Wir verbrennen unser Essen sofort. Ist es allerdings schwach, passiert erst einmal gar nichts. Unser Essen liegt uns schwer im Magen, sorgt für Blähungen und wird nur langsam zu „ihr wisst schon“ verarbeitet. 💩

Im Ayurveda ist unser Agni aber nicht nur wichtig, damit wir gut Poopoo können, es bestimmt über unsere gesamte Gesundheit und steht mit unserem Immunsystem im Zusammenhang. Deswegen ist es so wichtig, das Feuer am Brennen zu behalten.

Für manch einen ist das ein Kinderspiel. Für mich ist es jedoch eine wahre Herausforderung. Wisst ihr noch, als ich euch von den drei Doshas – also unserer natürlichen Konstitution – erzählt habe? Und erinnert ihr euch auch daran, dass meine Ärztin in Ubud bei mir zu 70% Vata festgestellt hat?

Das heißt, ich bestehe zum größten Teil aus Luft und bin im Ayurveda der windige Typ Mensch. Ideen und Kreativität fliegen mir nur so zu, meine Körpertemperatur ist total flatterig und ich bin alles andere als bodenständig. Ich bin halt ein kleiner Wirbelwind – der sein Agni leider auch mal selber auspustet. Und das führt dann zu einem schwachen Verdauungsfeuer.

Kleines Feuer, große Symptome

Das Fatale an so einem schwachen Agni: Die Nahrung, die ich aufnehme, wird nur sehr langsam verdaut. Da kommen keine großen Stichflammen und dann *zisch* ist alles weg. Da ist nur eine mickrige Glut, die mein Essen nach und nach zersetzt, für Verstopfung sorgt und leider auch Rückstände hinterlässt.

Diese Reste – im Ayurveda „Ama“ genannt – lösen dann Entzündungen aus, sorgen für ein Fäulnismilieu im Darm und lassen die Darmflora kippen. Tja, und haben bei mir schließlich für eine Histaminintoleranz gesorgt.

Vatas sind leider prädestiniert dafür, an einem schwachen Agni zu leiden. Wenn ihr also ebenfalls einen unbeständigen Stoffwechsel habt, euer Appetit total unregelmäßig ist, auf eurer Zunge ein weißer Belag zu sehen ist und ihr nach dem Essen gerne einmal aufbläht, dann willkommen in meiner „windigen Welt“.

Es muss allerdings nicht sein, dass euer Wind euer Agni auspustet. Mit ein paar ganz simplen Tricks könnt ihr euer Verdauungsfeuer so richtig entfachen.

Tipps für ein starkes Agni

  • trinkt direkt nach dem Aufstehen einen heißen Tee oder heißes Wasser
  • versucht, eisgekühlte Getränke & Speisen zu meiden
  • denkt daran, immer wieder etwas Holz nachzulegen, heißt: legt keine Hungerphasen oder Saftkuren ein
  • oder noch besser: trinkt alle 20 Minuten etwas warmes Wasser oder Tee
  • verwendet beim Kochen Gewürze wie Ingwer, Zimt & Kurkuma
  • überfordert euer Agni nicht mit zu vielen rohen Lebensmitteln

Aber Achtung, es kann auch sein, dass ihr ein zu starkes Feuer entfacht. Menschen, die als Dosha „Pitta“ haben – also das Feuerelement – haben meist eh schon ein sehr starkes Agni. Hier ist es wichtig, die Flammen in Schach zu halten und sie öfters einmal durch Speisen und Getränke zu kühlen. Ansonsten kann es nämlich zu Sodbrennen, einem Reflux und/oder Durchfall führen.

Und dann hätten wir natürlich noch die dritte Dosha, Kapha. Menschen mit dieser Konstitution sind die eher erdigen, langsamen Typen. Sie lassen sich nicht so schnell umwehen wie Vata. Aber auch sie haben mit einem trägen Stoffwechsel zu kämpfen. Ihre Verdauung schläft so gerne wie sie es selber tun. Hier muss auch etwas eingeheizt werden. Sie sollten ebenfalls die Tipps für ein starkes Agni befolgen.

Falls ihr mir noch nicht auf Instagram folgt, findet ihr meinen Account hier. Ich freue mich über euer Comments & Feedback! ☺️

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