Home,  Yoga & Ayurveda

Hocus Vagus Fidibus: Wie Yoga unseren Darm heilt

Wer einen Yoga-Kurs besucht, hört meist vom “herabschauenden Hund”, vom “Peaceful Warrior” und in jedem Fall von “Savasana”.
Ein Begriff fällt jedoch nie. “Vagus”.

Das hat aber nichts mit fehlenden Kenntnissen des Yoga Teachers zu tun. Eigentlich gehört der Begriff nämlich in einen ganz anderen Unterricht – nämlich den Anatomie-Unterricht.

Dennoch empfinde ich ihn im Zusammenhang mit Yoga (und Meditation) sehr bedeutend. Vor allem wenn es in Richtung (Darm-)Gesundheit geht.

Deswegen lasst mich kurz meinen Doktor-Kittel anziehen, meine Lesebrille aufsetzen 👩‍⚕️🤓 und euch vom Vagus erzählen.

Der Vagus-Nerv – erklärt von Dr. Totally Tabea

Beim Vagus handelt es sich um den längsten Gehirnnerv unseres Körpers. Er entspringt dem Hirn, durchwandert in zahlreichen Windungen unseren gesamten Körper und endet in unseren inneren Organen – wobei die Verbindung zum Darm besonders groß ist.

Er ist also die “Leitung” zwischen unserem Darm und unserem Hirn. Er gibt Informationen von “oben nach unten” weiter. Und umgekehrt auch von “unten nach oben”.

Sicher kennt ihr es auch, dass euch eine bedrohliche Situation erst auf den Magen schlägt und sich euer Kopf erst nach wenigen Sekunden “dazuschaltet” und Entwarnung gibt. Hier hat der Vagus-Nerv die Darmsignale an das bewusste Gehirn vermittelt.

Zwischen Vagus und Stress

Aber warum spreche ich jetzt so viel vom Vagus, wenn ich doch eigentlich mit Yoga begonnen hatte?

Nun, es wurde wissenschaftlich bewiesen, dass Yoga den Vagus stimuliert. Was bedeutet, dass gleichzeitig die Aktivität unseres parasympathischen Nervensystems gesteigert wird. Schließlich ist der Vagus der größte Nerv des Parasympathikus, unseres “Erholungsnervs”. Diesen Zustand kennen wir als “Ruhe” (ganz im Gegensatz zum “Stress”).

Sind wir völlig entspannt, fließt das meiste Blut zu unserem Darm. Dieser hat dann nicht nur “volle Power” um seinen Job zu machen, sondern wird auch noch vom Parasympathikus unterstützt, der ihn mit Speichel und Magen- und Darmsäure versorgt, sich um die die Ausschüttung von Verdauungsenzymen kümmert und die Darm-Peristaltik vorantreibt.

In dieser Funktion ist der Vagus also an vielen Vorgängen in unserem Darm beteiligt. Da wundert es kaum, dass Yoga – der “Vagus-Stimulator” – unter anderem eine therapeutische Wirkung entzündliche Darmerkrankungen hat.

Yoga beruhigt eben nicht nur unseren Kopf, sondern auch unseren Darm und sorgt für eine günstige Zusammensetzung unserer Darmbakterien.

Ob es per auch eine Histaminintoleranz heilt, kann ich nicht sagen. Aber ich habe auf meinem Weg der Heilung viel Yoga gemacht und habe jetzt keine Symptome mehr. Deswegen würde ich schon sagen, dass es in jedem Fall einen Versuch wert ist.

Namaste & happy Darm!🧘🏼‍♀️💩

Wer mehr über den Vagus erfahren möchte, dem empfehle ich das Buch “Die Darm-Hirn-Connection” von Gregor Hasler. Ich habe es binnen weniger Tage verschlungen und verspreche, dass es leicht verdaulich ist. 😉

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.