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Warum es sich lohnt, nicht perfekt zu sein

In meinem letzten Blogpost bin ich bereits auf das Thema “Perfektionismus” eingegangen und habe mich geoutet: Ja, ich bin eine Perfektionistin.

ABER ich schaffe es gerade auch mehr und mehr, mich davon zu befreien. Ich weiß jetzt nämlich, was hinter diesem andauernden, kräftezehrenden Bestreben steht, immer makellos sein zu wollen.

Makellos sein. Das klang für mich so lange nach dem ultimativen Ziel. Ich habe mir nichts sehnlicher gewünscht, als alle meine Fehler ablegen zu können. Ständig habe ich mich gefragt, wie es wohl ist, völlig fehlerfrei zu sein.

Jetzt habe ich die Antwort: Es muss ziemlich LANGWEILIG sein. Ja, ehrlich, überlegt doch einmal: Wenn alles immer perfekt läuft und ihr keine Höhen und Tiefen in eurem Leben habt, wie monoton muss das denn bitte sein?!

Vor allem: An was wollt ihr wachsen? Schließlich sind es doch unsere Fehler, aus denen wir (im besten Fall) lernen. Sie sind es, die unsere persönliche Entwicklung fördern. Ohne sie würden wir still stehen, nur noch auf der Stelle treten und im Leben nicht weiterkommen.

Und dann wäre da noch das Problem mit dem Feedback. Für was solltet ihr konstruktive Kritik bekommen, wenn ihr ja angeblich ach so perfekt wärt? Niemand würde euch noch Ratschläge geben. Dabei ist doch genau dieser Austausch eine unglaubliche Chance für uns alle, weiterhin – als Teil des großen Ganzen und gleichzeitig individuell – zu wachsen.

Es sind die Ups and Downs und der Dialog, durch die wir begreifen, dass es Zeit ist, einen anderen Weg einzuschlagen. Und es ist dann wiederum unsere Kreativität, die uns die unterschiedlichsten Richtungen ausmalen und experimentieren lässt.

Wie gefährlich ist wohl diese Route? Und wie weit komme ich wohl auf der anderen? Wage ich einen Schritt nach rechts? Oder doch lieber links?

Wir probieren uns aus. Gehen Wege, die wir noch gar nicht kannten. Und siehe da: Sie bringen uns voran. Wir treten nicht mehr auf der Stelle. Schritt für Schritt entwickeln wir uns weiter.

Doch es gibt einen Faktor, der uns hemmen würde, unterschiedliche Alternativen abzuwägen und auszuprobieren: nämlich – da hätten wir ihn wieder – der Perfektionismus. Er ist quasi der Feind aller Kreativität. Schließlich gibt es für ihn nicht mehrere Optionen, sondern genau eine. Und zwar – ist ja klar – die perfekte.

Aber ich möchte kreativ sein. Ich möchte mich austesten. Ich möchte auf die Schnauze fallen und mich wieder aufrappeln. Ich habe Bock. Und zwar so richtig!

Zum Thema Perfektionismus finde ich übrigens diesen Podcast von Michael Curse Kurth besonders cool.

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