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Histamin + Co.: Individuelle Balance heilt

Das Leben ist oft ein Drahtseilakt. Man ist ständigen Schwingungen ausgesetzt, sollte nie zu weit nach rechts treten und muss stets die Balance halten.

Wie wichtig der letzte Punkt ist, habe ich während meiner Ausbildung zur Yogalehrerin nicht nur aus dem Handbuch lernen dürfen, sondern habe es auch am eigenen Körper spüren können. Innere Balance ist das A und O, wenn es um unsere Gesundheit geht. Und wie ihr wisst, hatte ich mit dieser in den letzten Jahren ja ziemlich zu kämpfen.

Es gibt nicht nur eine Balance

Aber was heißt das eigentlich, „inneres Gleichgewicht“? Was gilt es in uns auszubalancieren?

Spannend an dieser Frage finde ich besonders, dass es nicht nur eine Antwort gibt. Jeder von uns hat seine ganz persönliche Balance. Sie ist der Rahmen unseres Wohlergehens und reguliert Krankheiten, Intoleranzen sowie psychische Störungen.

In einem letzten Artikel habe ich bereits über die drei Doshas geschrieben, die laut Ayurveda unsere Konstitution bilden. Jeder von uns besteht aus ihnen, so wie wir auch aus den fünf Elementen bestehen. Nur eben, dass jeder einen individuellen Mix darstellt. 

Wir alle haben zwar alle drei Doshas in uns. Eine ist jedoch die dominante.

Bei manch einem überwiegt das Feuer. Ein anderer ist eher der luftige Typ. Und dann hätten wir da noch den bodenständigsten von ihnen, den „Erdigen“.

Ich zum Beispiel bin ein kleiner Wirbelwind und bestehe zu 70% aus Vata (der Luft). Ganz wie das Element bin ich ziemlich unbeständig. Mal bin ich eine starke Böe des Glücks und der Euphorie, ein anderes Mal bin ich nur eine laue Brise. Und dann wiederum kann es auch passieren, dass die Stimmung völlig umschlägt – so wie eben auch das Wetter – und sich in mir ein Tornado aus Ängsten und Selbstzweifeln zusammenbraut.

Damit das nicht passiert, muss ich mein Vata immer im Gleichgewicht halten.

Für mich bedeutet das: meine Bewegung einschränken, mehr Ruhe in meinen Alltag integrieren und vor allem warme, süße und erdende Speisen – wie zum Beispiel Süßkartoffel aus dem Ofen mit etwas Zimt und Mandelmus – zu mir nehmen.

Vom Winde verweht: So merke ich Vata

Wie ich spüre, dass Vata aus dem Gleichgewicht ist? Als allererstes an meiner Verdauung. Sie ist dann total unregelmäßig und bringt mich – ist ja klar, bei all dem Wind – eher zum Aufblähen. Das bringt im schlimmsten Fall fiese Krämpfe und ein Wechselspiel aus Verstopfung und Durchfall mit sich. 

Am Körper spüre ich das Ungleichgewicht außerdem an meinen Händen und Füßen. Egal was draußen für Temperaturen herrschen, sie sind Eisklötze. Ich kann damit das vegane „Fudge Brownie Ben & Jerry‘s“ kühlen. Bibber, bibber! 🥶

Zusammen mit meiner Verdauung beginnt zudem meine Stimmung zu schwanken. Wie oben bereits metaphorisch beschrieben erlebe ich dann eine Achterbahnfahrt der Gefühle. In einem Moment bin ich der glücklichste Mensch der Welt und bin Everybody’s Sunshine und – zack – im nächsten überkommt mich eine Panikattacke, dunkle Wolken ziehen sich zu und ich kann die Tränen nicht zurückhalten.

Und dann gibt es da noch ein Symptom, das ich mittlerweile in den Zusammenhang mit zu viel Vata bringe. Nämlich meine Enge im Hals, meine trockene Kehle, die mir bis vor zwei Monaten das Gefühl gab, zu ersticken und mich in die Verzweiflung sowie zu zig Ärzten trieb.

Ich habe jetzt in meinen Ayurveda-Kursen gelernt, dass uns zu viel Vata innerlich austrocknet (wie es kalter Wind nun einmal tut) und habe anschließend einmal überprüft, wann sich mein staubtrockener Hals eigentlich zeigte.

Histaminintoleranz – alles eine Frage der Balance?

Klar, das Symptom kam zunächst immer nach dem Essen auf und war sicherlich ein Anzeichen meiner diagnostizierten Histaminintoleranz. Was aber, wenn hinter der HIT meine unausbalancierte Dosha stand?!

Davon bin ich mittlerweile tatsächlich überzeugt. Ich glaube, dass wir alle nur dann anfällig für Krankheiten (oder eben Intoleranzen) sind, wenn wir aus dem Gleichgewicht geraten. Und die ayurvedischen Lehren – die übrigens die älteste alternative Heilmethode der Weltgeschichte ist – haben uns dafür schon 3.000 v. Chr. einen Rahmen gesteckt. Wenn wir uns an ihnen entlang hangeln, können wir nicht vom Drahtseil fallen.

Da ich jetzt nur von Vata erzählt habe, ist es nur fair, wenn ich auch über Kapha und Pitta spreche. Deswegen sitze ich bereits an einem weiteren Artikel, in dem ich euch die Symptome aller Doshas – wenn im Ungleichgewicht – aufzähle und näher bringe. 

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