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Histaminintoleranz: Mein kompletter Weg der Heilung

Auf Instagram habe ich euch bereits erzählt, dass ich seit einigen Tagen wieder alles esse und meine Histaminintoleranz mir keinen Strich mehr durch die Restaurantrechnung macht. Ich kann bestellen, was ich will – ganz ohne kurz darauf das Gefühl zu haben, ich würde ersticken.

Seit dem Post auf meinem Account sind nun fünf Tage vergangen. In der Zwischenzeit hat sich an meinem Gesundheitszustand nichts verändert. Ich habe keinen „Rückfall“ erlebt. Im Gegenteil: Mir geht es von Tag zu Tag besser. Nur meine Geschmacksknospen sind ziemlich überfordert. 😄

Sie entdecken gerade so vieles wieder, das ihnen jetzt über ein halbes Jahr verwehrt wurde. Schokolade? OMG, sooo gut! Veganer Dürüm? OMG, noch besser! Onion Rings mit Ketchup und Aioli? TO. DIE. FOR. 🤤🤤🤤

Endlich wieder ohne Einschränkungen essen

Natürlich habe ich die ersten Tage oft eher zögerlich zugegriffen. Ich wollte nicht glauben, dass plötzlich wieder alles geht. Aber jetzt bin ich mehr als nur zuversichtlich, dass ich geheilt bin. Beziehungsweise dass ich mich geheilt habe. Und ich bin auch der festen Überzeugung, dass jeder an den Punkt kommen kann, an dem ich jetzt bin.

Deswegen möchte ich hier meine Erfahrungen und Schritte mit euch teilen. Ich garantiere nicht, dass mein Weg für jeden funktioniert und ich sage auch nicht, dass meiner der einzig richtige ist. Aber vielleicht helfen euch einige Schritte weiter, sodass auch ihr nach und nach ans Ziel gelangt.

Von Anfang bis Ende: mein #healingjourney

Im Januar 2019 war ich noch ziemlich ratlos. Seit fast einem Jahr hatte ich ständig das Gefühl, ich würde ersticken. Besonders schlimm war es meist nach dem Essen und nach dem Sport. Oder aber wenn ich in stressige Situationen geriet.

Kein HNO-Arzt konnte mir weiterhelfen. Ich erlebte eine wahre Praxis-Odysee. (Hier mehr dazu.) Selbst in der Notaufnahme vertröstete man mich mit einer schnellen Diagnose. „Sie haben einfach Sodbrennen“, sagte man mir. Das half mir natürlich kein bisschen. Also forschte ich schließlich selber nach. Ich gab „kaffee allergie ersticken“ bei Google ein. Denn das Globusgefühl im Hals war nach meinen Besuchen bei Starbucks immer besonders schlimm.

Diagnose: Histaminintoleranz

Unter den Suchergebnissen stieß ich erstmals auf den Begriff Histaminintoleranz. Mir wurde bewusst: Da kann mir kein Allgemeinmediziner helfen. Eine Heilpraktikerin musste her.

Im Februar hatte ich es dann schwarz auf weiß: Der FoodSensor-Test, den ich bei einer Heilpraktikerin in Hamburg machte, schlug positiv aus. Ich hatte eine Histaminintoleranz und einige weitere Unverträglichkeiten.

Ab jetzt hieß es: histaminarm essen. Ich recherchierte also, welche Lebensmittel so gut wie keine Histamine oder Liberatoren enthielten, schrieb mir eine Positivliste und zog los in den nächsten Supermarkt. Mein Kühlschrank füllte sich mit Möhren, Paprika, Brokkoli, Fenchel, Mandeljoghurt, Äpfeln, Quinoa und und und.

Außerdem besorgte ich mir – wie empfohlen – Heilerde und einen Pilz in Pulverform, der meine Darmschleimhaut wieder aufbauen sollte.

Keine Verbesserung trotz Eliminierungsdiät

Nach sechs Wochen saß ich erneut bei der Heilpraktikerin und weinte bitterliche Tränen. Obwohl ich nicht einmal von meiner Positivliste abgewichen war, war das Symptom nicht verschwunden. Noch immer schnürte sich mir der Hals zu.

Ich mache mir zu viel Stress, hieß es. So würde das Histamin ebenfalls ausgeschüttet. Aber die Erklärung reichte mir nicht. Denn selbst wenn ich ein ganz Wochenende entspannt auf der Couch verbrachte, ging das Gefühl nicht weg. Deswegen ging ich auf die Suche nach einer weiteren Heilpraktikerin. Leider ohne Erfolg.

Erst als mein Freund sich mit einer guten Freundin zum Kaffee traf und von meiner Histaminintoleranz erzählte, erhielt ich eine neue Spur. Sie gab ihm einen Namen mit auf den Heimweg, den ich zu Hause sofort googelte. Keine Sekunde später griff ich auch schon zum Handy und rief Frau Ballento* an. Nachdem ich ihr auf den AB gesprochen hatte, erhielt ich am nächsten Tag einen Rückruf und nur zwei Tage später meinen ersten Termin.

Histaminintoleranz: Erster wichtiger Punkt auf dem Weg zur Heilung

Ich habe schon oft von ihr geschwärmt und hier auch schon einmal kurz erklärt, was eine Kinesiologin macht. Aber ich kann gar nicht oft genug sagen, wie froh ich bin, dass ich diese Frau mit ihren alternativen Techniken gefunden habe. Ich bin mir aber auch sicher, dass ihre Herangehensweise nicht für jeden etwas ist. Viele würden diese sicherlich als Hokuspokus abstempeln. Ich hingegen war von Sekunde Eins überzeugt.

Hier liegt glaube ich auch einer der entscheidenden Faktoren: Überzeugung. Man muss davon überzeugt sein, dass der Weg den man einschlägt, genau der richtige ist. Man muss fest daran glauben, dass man auf ihm heilt. Deswegen denke ich auch, dass es nicht den einen Weg für uns alle, aber immer für einen persönlich, gibt. Und zu meinem sollte als Station definitiv die Praxis von Frau Ballento gehören. 

Bei ihr machten wir gleich nach dem Anamnese-Gespräch einen weiteren Test. Dieses Mal nicht übers Blut – wie bei FoodSensor der Fall – sondern über meinen Kot. Diesen schickte ich per Post nach Mainz ins Labor „Ganzimmun“ und ließ ihn auf verschiedene Bakterien und den pH-Wert überprüfen, um neue Erkenntnisse über meinen Darm zu gewinnen.

Es kam heraus, dass ich zwar (noch) nicht an einem Leaky Gut litt, mir aber einige Bakterienstämme im Darm fehlten und die Schleimhäute ziemlich in Mitleidenschaft geraten waren. Darüberhinaus stellte Frau Ballento in meinen Hals Streptokokken fest, die sich hier wohl „eingenistet“ hatten, nachdem ich im März 2018 eine Erkältung verschleppt hatte. (Was übrigens der Startpunkt meines Leidensweges war.)

Mittels der Muskelspannung entdeckte meine Kinesiologin außerdem, dass ich auch auf vermeintlich histaminarme Lebensmittel reagierte. Selbst eine „harmlose“ Möhre ging nicht. Obendrauf kam, dass ich auch bei dem Pilz und der Heilerde blockierte, die mir ja zuvor empfohlen wurde. Anstatt mich zu heilen, lösten sie jedes Mal „meinen Hals“ aus. Kein Wunder also, dass es mir überhaupt nicht besser ging.

Reset für meinen Körper

Ich entschied also, meinen Speiseplan drastisch zu reduzieren. Ab sofort gab es nur noch Kartoffeln (ohne Gewürze und Öl), Äpfel, Zucchini und Fenchel. Alkohol und Kaffee strich ich natürlich auch.

Außerdem begann ich damit, Chlorellakapseln zum Entgiften zu nehmen, meine Darmbakterien mit Acidophilus zu füttern und einige Tinkturen für meinen Hals zu schlucken.

Vier Wochen später saß ich erneut bei meiner Kinesiologin. Mir ging es schon ein Baby-Bisschen besser.

Was ich daraus gelernt habe? Jede Histaminintoleranz ist individuell. Jeder Darm ist individuell. Man kann nicht von einer allgemeinen Lösung sprechen. Nur weil zum Beispiel Heilerde bei vielen hilft und Histamin davon im Körper einfangen werden soll, muss sie nicht auch bei dir für Wunder sorgen. Im Gegenteil: Vielleicht gehörst du – wie ich – auch zu den Menschen, die auf sie reagieren. 

Histaminintoleranz: Eine individuelle Behandlung ist das A und O

Deshalb habe ich zu Beginn auch geschrieben, dass mein Weg bestimmt nicht für jeden funktioniert. Dennoch ist es sicherlich hilfreich für euch, diesen Punkt von mir zu erfahren und zu erkennen, dass ihr euch unbedingt individuell behandeln lassen solltet. Vertraut nicht darauf, was ihr in Foren oder generell zu dem Thema Histaminintoleranz lest. Sucht euch lieber einen Arzt, dem ihr vertraut und der euch auf Darm und Nieren durchcheckt.

Welchen Tipp ich im gleichen Zuge mit auf dem Weg gebe? Habt Geduld und vertraut! Euer Darm heilt nicht über Nacht. Und auch nicht innerhalb von ein paar Wochen. Aber er tut es, wenn ihr ihm die Chance lasst und fest daran glaubt.

Geduldig dran bleiben statt aufgeben

Erst bei meinem dritten oder vierten Termin konnte ich im Juni von einer deutlichen Besserung sprechen. In der Zwischenzeit hatte ich trotzdem nicht aufgegeben und war strikt bei meiner Eliminierungsdiät geblieben. Auch wenn mich der Geruch von Kaffee jeden Tag im Büro verführte, blieb ich stark. Außerdem vergaß ich nie, meine Tabletten, Öle, Kapseln, Tinkturen und Pulver zu nehmen, die mir Frau Ballento teilweise alle vier Wochen neu verschrieb.

Ungefähr zur gleichen Zeit – im Mai – las ich ein Buch von Louise L. Hay, das mich zum Nachdenken brachte. Darin schreibt der Lifecoach, dass Symptome und Krankheiten lediglich Signale unseres Körpers seien, mit denen er uns mitteilen möchte, dass etwas in unserem Leben außer Balance ist.

Aber was genau wollte mir mein Körper sagen? Welcher Umstand missfiel ihm eventuell?

Ich las das Buch, als ich mit meinem Freund durch Oregon und Kalifornien fuhr. Während wir auf der Straße waren, hatte ich viel Zeit meine Gedanken schweifen zu lassen und nachzudenken. Irgendwann dachte ich dann laut nach und sprach es zum ersten Mal aus: „Wenn wir zurück in Deutschland sind, werde ich kündigen.“

Tja, und das tat ich auch direkt. Am ersten Tag nach meinem Urlaub ging ich zu meiner Chefin und reichte meine Kündigung ein. (Versteht mich nicht falsch. Ich habe meinen Job jahrelang wirklich geliebt! Aber plötzlich hatte ich das Gefühl, ich müsse diesen Schritt tun. Für mich. Für meine Gesundheit. Für einen neuen Lebensabschnitt.)

Körper und Psyche müssen im Einklang sein

Parallel dazu klopfte ich erneut bei meiner Psychologin an, die mich während und nach meiner Magersucht betreut hatte. Über ein Jahr hatte ich sie nicht gesehen, doch jetzt wollte ich gerne wieder in Therapie zu ihr. Über die genauen Gründe habe ich hier bereits geschrieben.

Bei ihr erzählte ich ebenfalls von meiner Histaminintoleranz und wie sehr ich darunter in den letzten Monaten gelitten hatte. Wir führten spannende Gespräche darüber – ganz besonders über die Symptomatik, dem „Kloß im Hals“. Tiefenpsychologisch betrachtet, kann dieser verschiedene Ursachen haben.

Denn ja, ich bin der Meinung, dass nicht allein mein Darm verantwortlich für ihn ist. Ich gehe davon aus, dass es ein Zusammenspiel aus physischen und psychischen Faktoren ist.

Ich will an dieser Stelle nicht zu sehr in die Tiefe gehen. Aber diese Enge im Hals kann davon kommen, wenn man immer alles herunterschluckt. Oder wenn man selber nicht zu Wort kommt.

Wer sich schon einmal mit Chakren beschäftigt hat, weiß auch, dass hier das Zentrum der Kommunikation und Kreativität liegt. Schaffen wir es nicht, uns mitzuteilen und frei zu entfalten, gerät es aus der Balance. 

Nachdem ich also für mich die Entscheidung getroffen hatte, zu kündigen und meinem Körper zu verstehen gab, dass ich ihn hörte und bereit war, alles für unsere Gesundheit zu tun, dankte er es mir peu à peu.

Mit Yoga und Meditation ans Ziel

Der nächste Besuch bei meiner Kinesiologin war für mich ein absolutes Highlight: Sie fand heraus, dass ich mit einem Mal viel mehr Lebensmittel vertrug. Ich tanzte aus ihrer Praxis heraus. Ich wusste: Jetzt werde ich heilen.

Diese Botschaft versuchte ich fortan täglich an meinen Körper zu schicken und zu manifestieren. Ich begab mich auf die Yogamatte, meditierte und stellte mir immer wieder vor, wie mein Darm sich langsam erholte. 

Zuletzt nahm ich vor ein paar Wochen noch ein bisschen Spiegelarbeit in mein „Programm“ auf. Bis heute stehe ich regelmäßig vorm Spiegel, blicke mir in die Augen und sage Sätze wie: „Du bist am Heilen. Deiner Gesundheit steht nichts mehr im Weg.“

Selbstheilungskräfte stecken in jedem von uns

In meinem Artikel „Real Recovery: Meine Tipps im Kampf gegen die Magersucht“ gebe ich euch schon einmal mit auf den Weg, dass die Heilung aus euch ganz allein kommen muss. Mittlerweile habe ich begriffen, dass man diesen Rat auch auf andere Krankheiten oder eben eine Histaminintoleranz übertragen kann. Ihr könnt euch zwar tolle Ärzte suchen und Tausende von Kapseln schlucken, aber im Endeffekt liegt es ganz bei euch, wie diese  äußeren Einflüsse wirken.

Es geht darum, eure Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Ihr müsst diejenigen sein, die aktiv beschließen, gesund werden zu wollen. Diesen Part kann niemand für euch übernehmen.

Als ich diese Erkenntnis gewann, änderte sich übrigens nicht nur mein Gesundheitszustand, sondern auch mein ganzes Lebensgefühl. Fühlte ich mich zuvor noch ausgeliefert und hatte oft das Gefühl, machtlos gegenüber dem Symptom zu sein, fiel es mir plötzlich viel leichter, damit umzugehen und es zu akzeptieren. Ich hatte es in der Hand. Nicht andersherum. 

Dadurch verlor es an Mächtigkeit, während ich stärker zu werden schien.

Einen weiteren Punkt, den ich auf meinem Weg extrem änderte: Ich ging seltener zum Sport und gönnte mir mehr Ruhe. Schließlich hatte ich ja gemerkt, dass es mir nach dem Gym meist schlecht ging. Ein Signal, das ich ernst nahm und so meinem Körper zu verstehen gab: „Ich höre dich. Ich schätze dich. Ich liebe dich.“

Ich mache der Histaminintoleranz den Garaus

Hört also unbedingt auch in euch hinein. Wann geht es euch weniger gut? Welche Situation hat euch in diese Lage gebracht? Und dann leitet daraus Konsequenzen ab. 

Den letzten Schub für meine volle Genesung haben die letzten Wochen mit sich gebracht. Seitdem ich nicht mehr zur Arbeit gehe und mich voll und ganz darauf konzentriere, das zu machen, was mir gut tut, geht es mir wesentlich besser. Histaminintoleranz? Hab‘ ich nicht.

Aktuell kann ich wieder zum Sport gehen, wann ich will. Und ich kann essen, was ich will. Ich weiß aber auch, dass ich sicherlich noch nicht am Ende meines Weges bin. Im Gegenteil: Ich befinde mich gerade am Anfang. 

Momentan bin ich auf Bali. In wenigen Tagen beginnt meine Ausbildung zur Yogalehrerin. Ich bin super gespannt, gelöst und glücklich. Vor allem aber bin ich eins: geheilt.

*Name geändert

6 Kommentare

  • Katharina

    Wow einfach nur Wow 😍 dein Artikel ist der Hammer Tabea 😊 Ich hab grade etwas Tränen in den Augen… Ich fühle mit dir mit zu 100% 🤗 dein Artikel hat mich gerade dazu angeregt einen Punkt in meinen Leben noch mehr anzugehen… Ich habe auch meine Geschichte zu meiner HIIT🙈 Ich danke dir für das teilen deiner Story 🤗🤗🤗🤗🤗🤗🤗🤗 glg Kathi

    • Tabea

      Liebe Kathi,
      das freut mich so sehr, dass der Artikel dir gefallen und dich so berührt hat. Außerdem hoffe ich sehr, dass er dir etwas hilft und drücke dir ganz doll die Daumen!! Solltest du noch Fragen haben, melde dich gerne. Aber ich bin mir auch so schön sicher: Du packst das!!! ❤️☺️ xx Tabea

  • Yvonne

    Liebe Tabea,
    danke, dass du deine Geschichte geteilt hast! Das gibt auf jeden Fall Hoffnung 🙂 Ich bin auch gerade in Behandlung bei einer Heilpraktikerin und bekomme ganz viele Bakterien und Co., ich hoffe damit mache ich der Histamin Intoleranz auch den Garaus!
    Eine Frage habe ich noch: weißt du zufällig wie das Buch von Louise Hay hieß, das du gelesen hast? Das klingt echt interessant 🙂

    Liebe Grüße
    Yvonne

    • Tabea

      Hi liebe Yvonne,

      wie schön, dass du jemanden gefunden hast, mit dem du dich wohl fühlst 🙂
      Natürlich erinnere ich mich noch an den Namen. Es ist „Ernährung für Körper und Seele“ und hat so eine Pinke Silhouette auf dem Cover 💕
      Ich drücke dir die Daumen! xx, Tabea

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