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Zu dünn, aber im Kopf nicht magersüchtig

Ich habe abgenommen. Das habe ich euch gestern bereits auf Instagram erzählt. Ich bin jetzt wieder bei einem Gewicht, das definitiv zu wenig ist. Deswegen werde ich ab sofort wieder zunehmen.

Aber wie kam es überhaupt soweit?

Eins kann ich euch versprechen: Ich wollte garantiert nicht abnehmen. Diese Stimme in meinem Kopf, die mich damals zum Hungern zwang, ist nicht mehr da. Ich bin absolut nicht mehr an dem Punkt, an dem ich 2016 war.

Dafür jedoch an einem, der mich oft wieder am Essen stört. Durch meine Histaminintoleranz kann ich seit Anfang des Jahres einfach nicht mehr so unbedacht zugreifen, wie ich es zuvor konnte. Seitdem muss sich meine Kalorienzufuhr automatisch verändert haben – ohne dass es mir bewusst war.

Wusste ich seit meinem Aufenthalt in der Klinik – also die zwei Jahre zuvor – immer, was ich am Tag in welchen Mengen essen muss, um nicht wieder abzunehmen, fiel mit einem Mal so vieles weg.

Ich habe mich schier verschätzt

Vor allem an den Tagen, an denen ich echt nur Kartoffeln vertrug, habe ich offensichtlich falsch eingeschätzt, wie viele ich davon essen muss, um nicht im Defizit zu landen.

Da ich nicht gar nichts aß, entging mir, dass ich weniger Kalorien zu mir nahm. Es muss ein schleichender Prozess gewesen sein, der seinen Höhepunkt in der vorletzten Woche fand.

… und dann bekam ich auch noch das K*tzen

Zu allem Überfluss fing ich mir nämlich einen richtig (un)schönen Magen-Darm-Virus ein. Ich konnte fünf Tage lang kaum essen. Und probierte ich es doch einmal, kam mir alles… naja, ihr wisst schon. Ich erspare euch jetzt einmal die Details.

Als ich Anfang letzter Woche gerade dachte, alles sei überstanden, musste ich in der Nacht vor meinem Arzttermin doch wieder brechen, weil ich eine Suppe gegessen hatte, die ich scheinbar nicht vertrage.

Tja, und dann ging es am nächsten Morgen – mit ausgeleertem Magen und Darm, die zusammen immerhin sechs Kilo fassen können – auf die Waage und ich erfuhr mein niedriges Gewicht.

Meine eigene Stimme ist lauter denn je

Das Einzige, was mich gerade nicht völlig in Panik geraten lässt: Ich merke, dass mein Kopf noch klar ist. Da ist – wie bereits gesagt – nicht mehr diese fiese Stimme. Da ist nur meine. Und die jubelt: “YUUUUMMY, dann gibt es ab sofort einfach mehr Pommes und Avocados* und Popcorn!”

Ich versperre mich diesen Gedanken nicht. Ich esse Pommes. Ich esse Avocados. Ich esse Popcorn. Ich höre auf diese Stimme. Und ich höre auf meinen Bauch. Sobald er knurrt, stehe ich vor dem Kühlschrank. Ja selbst wenn er nur leise grummelt, schiebe ich mir die nächste Süßkartoffel in den Backofen. (Mit Tahin und Kakaonibs als Topping ist sie meine absolute #foodaddiction.)

Allein dass ich Kartoffeln esse, beruhigt mich – so blöd es auch klingen mag. Denn es zeigt mir, dass ich nicht wieder in diesem “Bloß-keine-Kohlenhydrate”-Strudel gelandet bin. Während meiner Magersucht waren diese nämlich mein größter “Feind”. Ich hatte tatsächlich panische Angst vor Pasta, Reis, Kartoffeln und Co.

Deswegen wage ich mit großer Überzeugung zu sagen: Ja, ich bin wieder schmaler und mein Gewicht ist so nicht okay. Aber nein, ich bin nicht wieder magersüchtig.

*Ja, ich vertrage Avocados tatsächlich. Auch wenn sie ja eigentlich als absolute Histaminbomben gelten. Deswegen kann ich alle Betroffenen nur raten: Lasst euch individuell checken und haltet euch nicht an allgemeine Listen. Jeder Darm ist anders. Jede HIT ist anders.

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