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Pamela Reifs „You deserve this“ im Histamin-Check

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Als ich Pamela Reif Mitte November in Hamburg treffe, erzählt sie mir von ihrem neuesten Projekt, einem Kochbuch, das nun – im Juni 2019 – erschienen ist.

Es dauerte keinen Tag, da ist „You deserve this“ bereits an der Spitze der Bestseller-Listen und auf Amazon und Co. vergriffen.

Und ich denke nur so: „Ja, liebe Pam, du verdienst es!“ Schließlich weiß ich noch ganz genau, wie mir das sympathische Fitnessgirl damals mit leuchtenden Augen erzählt, dass sie alles – also wirklich ALLES – selber mache.

„Jedes Rezept, das man in dem Buch sieht, habe ich selber entwickelt und gekocht“, verrät mir die 23-Jährige damals. Danach hätte jedes Gericht durch den Pam-Check gemusst. „Wenn mir etwas beim Probieren nicht so geschmeckt hat wie gedacht, habe ich die Zutaten oder aber die Zubereitung noch einmal überarbeitet. Ich habe viel Zeit und Liebe in jede Seite investiert“, erklärt mir Pamela.

… und das sieht und spürt man auch!

Ich bin wirklich begeistert, als ich das fertige Kochbuch über ein halbes Jahr nach unserem Gespräch zum ersten Mal aufschlage. Es ist zu 100% Pamela und reif, durchgekocht zu werden.

Doch bevor es für mich damit in die Küche geht, studiere ich es Seite für Seite, Zutat für Zutat durch. Mit meiner Histaminintoleranz vertrage ich schließlich nicht alle Lebensmittel und kann nicht „blind“ draufloskochen.

Ich mache den ultimativen „Histamin-Check“

… heißt: Ich nehme mir jedes Rezept einzeln vor, gehe die zugehörige Zutatenliste durch und prüfe, welche Gerichte im Endeffekt histaminarm sind und welche hingegen zum Ausbruch von Symptomen führen würden.

Dabei unterscheide ich immer zwischen drei Kategorien: 1.) die komplett verträglichen Rezepte, 2.) jene, bei denen man nur 2-3 Zutaten austauschen müsste, um sie histaminarm zu machen und 3.) diejenigen Rezepte, die vor Histaminen nur so strotzen*.

BREAKFAST BOWLS

Ich starte der Reihenfolge nach. Beginnend bei den „Breakfast Bowls“ – meiner allerliebsten Mahlzeit. Denn ihr wisst ja: Ich bin ein riesiger Frühstücks-Fan 😍

Schon beim Aufschlagen der ersten Seiten fließt mir das Wasser im Mund zusammen. Porridge ist eine meiner großen Food-Lieben. Und hier finde ich gleich mehrere Rezepte auf einmal. Das Beste daran: Sie sind zum großen Teil komplett verträglich, nur bei vier Rezepten müsste man tricksen.

Danach hört es allerdings auf. Die (meist) histaminarmen Porridge-Bowls werden von süßen Alternativen sowie herzhaften Gerichten abgelöst, die zum Beispiel auf Avocado, Buchweizen oder Bananen – also auf starken Histaminlieferanten – basieren.

Fazit: 8 von 14 Rezepten könnte ich in der Küche nachmachen, sie gehören zu den ersten zwei Kategorien. Vier von ihnen sind sogar komplett histaminarm!

Und würde ich es können, ich würde glatt alle Gerichte testen wollen. Sie klingen nämlich alle fantastisch und eignen sich für einen gesunden, leckeren Start in den Tag. Oh wooow!

SMOOTHIE BOWLS

Die klassischeren Frühstücks-Bowls (mit Haferbrei, Müsli und Rührei) werden im zweiten Kapitel von exotischeren Smoothie Bowls abgelöst – eine Kategorie, die für Menschen mit einer Fructoseintoleranz nur mit allergrößter Vorsicht zu genießen ist. Denn eigentlich könnte man sie auch mit „Obstpüree-Schalen“ übersetzen oder aber mit „Bananenbrei-Bowls“ – und da hätten wir dann auch schon das „Problem“ für alle mit einer HIT (Histaminunverträglichkeit).

Bananen gehören schließlich zu der Sorte Obst, auf die wir HITler extrem reagieren. Und was soll ich sagen: Sie sind in fast jedem Rezept zu finden. Oder aber sie werden von Avocados ersetzt. Und die sind ja bekanntermaßen ebenso „schlimm“.

Außerdem sind ein paar Rezepte sehr schwer einzuschätzen, da sie mit Açaí gemacht werden. Hat hier jemand Erfahrungswerte?!

Fazit: 5 von 11 Rezepten gehen – auch wenn zwei davon wirklich sehr verändert werden müssten. Unter den drei komplett verträglichen Rezepten befinden sich dafür zwei riiiiesige Highlights. Die „Apfelkuchen-Smoothie-Bowl“ habe ich sofort ausprobiert und liebe sie!! 😍😍

Ganz wie im Buch sieht meine Bowl zwar nicht aus, aber sie ist mindestens genauso lecker wie das Original UND auch noch histaminarm.

LUNCH & DINNER BOWLS

Den wohl größten Teil von „You deserve this“ machen Rezepte für Hauptmahlzeiten aus. Ganze 26 Gerichte werden hier wundervoll präsentiert.

Weniger wundervoll finde ich allerdings, dass die ersten zehn sehr fleischig sind. Als Veganerin blättere ich mich ziemlich schnell durch die Seiten voll von Hähnchen, Rind und Co. und bin etwas enttäuscht.

Natürlich mache ich den Histamin-Check trotzdem. Dieser fällt jedoch ebenso ernüchternd aus. Pamela benutzt viele Avocados, oftmals Linsen und mit Vorliebe auch Kichererbsen. Ich höre die Symptome schon an meine Tür klopfen…

Fazit: An 11 der 26 Rezepte kann man sich heranwagen, wenn man sich mit seinen Unverträglichkeiten auskennt und weiß, dass man Hühnereier mit Wachteleiern austauschen muss und Linsen und Pilze eine schwierige Angelegenheit sein könnten.

Nur vier der Rezepte sind übrigens komplett histaminarm, drei davon ebenfalls vegan.

Wichtig auch: Pamela benutzt ausschließlich Avocadoöl. Das ist angesichts der tollen Nährwerte auch absolut verständlich. Doch guckt bei einer HIT unbedingt nach Alternativen. Ich zum Beispiel vertrage nur Sonnenblumenkernöl, das vielleicht kein optimales Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren hat, aber immerhin keine Symptome auslöst.

SWEET BOWLS

Als nächstes kommen die Seiten, die für Naschkatzen besonders interessant sein dürften. Sie sind voll von Crumbles und Küchlein – alles serviert in einer hübschen Bowl.

Mir gefallen ganz besonders die Rezepte für gesunde Eis-Alternativen. Drüber habe ich auch schon hier auf gala.de geschrieben.

Schade ist nur, dass ich sie nicht vertrage. Sie basieren nämlich wieder einmal auf Bananen – so wie auch schon viele Smoothie Bowls.

Generell sind die süßen Rezepte bei einer HIT eher schwierig. Pam greift nämlich wieder zu ihren Favoriten aka Kircherbsen und Bananen. Und Kakao spielt auch bei viele Rezepten eine große Rolle.

Fazit: Immerhin 5 von 16 Rezepten können – wenn etwas getrickst – (aus-)probiert werden. Zwei könnte ich sogar ganz ohne Bedenken kredenzen. Mein großes Highlight dabei: die Heidelbeer-Haferkeks-Bowl. Die sieht einfach #soyummy aus 😍☺️

SIDES

Bei dem letzten Kapitel bin ich direkt im #foodheaven und schwebe auf Wolke histaminarm. Denn tadaaaa: Man blickt direkt auf super geile Pommes – aber eben in relativ healthy und – ganz nach meinem Geschmack – auch wundervoll knusprig. ❤️🍟

Die Rezepte, die man hier sonst noch findet, sind alle easy zubereitet und können als tolle Basis für Gerichte dienen, die man sich selber zusammenstellt. (Oder sorgen für den Solo-Genuss.)

Von deftig bis hin zu süß ist hier alles dabei. Und ja, darunter sind auch histaminarme Rezepte.

Fazit: 4 von 8 Rezepten gehören zu den ersten zwei Kategorien. Sie sind richtig schön basic und haben mich direkt inspiriert. Denn auch wenn das Granola zum Beispiel weniger verträglich ist, habe ich mir dabei direkt eine schöne Alternative überlegt.

Mein Fazit zu Pamela Reifs „You deserve this“

Als ich das Kochbuch zuschlage, bin ich generell sehr motiviert, mich direkt in die Küche zu stellen. Ich müsste davor nicht einmal einkaufen gehen. Pamela verwendet nämlich viele Produkte, die ich eh schon im Haushalt habe. In ihrem Buch gibt es so gut wie keine exotischen Zutaten, die man erst einmal im ausgewählten Feinkostladen suchen müsste.

Die Zutaten sind simpel. Und so sind es auch die Zubereitungen. Keines der Rezepte verlangt großartige Vorkenntnisse. Ich kann sie alle nachmachen, ohne dass ich bereits einen Michelin-Stern habe. Ich brauche dafür auch keine krassen Küchengeräte. Die gängigen Mixer, Töpfe und Messer reichen komplett aus.

Lecker, gesund und echt hübsch!

Außerdem liebe ich die Art und Weise, wie Pam alles angerichtet hat. Sie hat echt ein Auge fürs Detail – und das isst ja bekanntlich mit.

Dabei erinnere ich mich daran, wie sie mit im November erzählt, dass sie für die Fotos erst jemanden engagieren wollte, sich dann aber doch dafür entschied, es erst einmal selber zu probieren.

„Anfangs dachte ich noch, ‚Oh Gott, ich habe noch nie Essen professionell fotografiert. Ich brauche einen Food-Fotografen‘. Sobald ich damit allein begonnen hatte, war ich aber echt froh, niemanden dabei zu haben“, plaudert sie damals freudig. „Ich hatte nämlich sehr schnell meinen eigenen Kopf und wusste immer ganz genau, wie ich welche Gabel im Bild haben möchte oder wie die Tomate da auf dem Teller liegen soll“, fährt Pamela lachend fort.

Auch als HITler definitiv ein Gewinn für das Bücherregal in der Küche

Mein Fazit: Hier stimmt nicht nur jede Gabel und Tomate. Hier stimmt einfach alles. Und ja, es gehen mit einer HIT vielleicht nur 33 Rezepte (wenn man sich damit auskennt), aber diese sind dafür auch besonders lecker, wirklich nahrreich und absolut gesund. Außerdem ist der Großteil (nur eben mit Ausnahme der zehn bereits erwähnten Hauptgerichte) vegan – was mich ganz besonders erfreut.

Ich zumindest bin der Meinung, dass wir uns alle ein paar Gerichte aus dem Kochbuch verdient haben. We all deserve this!

Anmerkungen:

*vor Histamin „strotzen“ bedeutet hier, dass das Rezept mehr als drei histaminhaltige Lebensmittel oder Liberatoren enthält oder aber schon im Namen verrät, dass eine Hauptkomponente sehr „histaminig“ ist – wie zum Beispiel die Brownies. Es würde schließlich wenig Sinn ergeben, wenn man den Kakao weglässt oder ersetzt. Dann wäre ja der ganze Schoko-Zauber verflogen 😅

Bei meinem Check habe ich übrigens die SIGHI-Liste benutzt, die ihr hier finden könnt. Individuelle (Un)Verträglichkeiten habe ich dabei nicht beachtet. Die müsst ihr mit eurem Heilpraktiker oder Arzt persönlich abklären.

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