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4 Tipps: Wie höre ich am besten auf meinen Körper?

Während meiner Magersucht hörte ich nur auf eins: die bitterböse Stimme, die mir nicht nur das Essen, sondern auch alle Selbstliebe und Fürsorge für mich und meinen Körper nahm.

Egal, in welcher Verfassung ich war, ich ging joggen. Egal, wie sehr mein Magen knurrte, ich ließ den Kühlschrank zu.

Erst im Laufe der letzten Jahre – ja wenn nicht sogar erst Monate – habe ich gelernt, mehr auf meinen Körper einzugehen. Ich habe beim Weight-Training erfahren, welch wundervolle Kräfte er aufbauen kann. Beim Yoga entdeckte ich meine Atmung wieder und bei BodyMethod freue ich mich immer wieder darauf, meine Tiefenmuskulatur zu spüren.

Mein Körper ist wundervoll. Und das möchte ich ihn auch wissen lassen. Ich möchte ihn unterstützen, so wie er es für mich tut. Ich möchte ihm die Liebe und Aufmerksamkeit schenken, die ich ihm jahrelang vorenthielt.

Deswegen höre ich ihm gut zu.

An dieser Stelle würde ich gerne sagen, dass ich heute immer und überall auf meinen Körper höre. Aber ich bin ehrlich zu euch und zu mir: Manchmal schaffe ich es nicht. Es gibt Momente, da verstehe ich ihn nicht und Momente, da will ich ihn nicht verstehen.

Trotzdem gebe ich nicht auf. Im Gegenteil: Es bestärkt mich, weiter zu üben und an mir zu wachsen. Welche Tipps ich für so ein „Inner-Voice-Training“ habe, verrate ich euch hier:

1. Zur Ruhe kommen

Jeder kennt die Situation: Es ist Wochenende, man sitzt mit seinen Freunden in einer Bar. Die Musik tönt aus der Anlage, im Raum wird sich angeregt unterhalten. Und plötzlich versteht man nicht mehr, was der Sitznachbar einem sagen will. Sein Mund bewegt sich, doch es kommt kein Wort bei einem an. Man lächelt und nickt und hofft, dass er jetzt bitte nicht von seinem verstorbenen Hund erzählt hat und man völlig falsch reagiert hat.

Ungefähr so verhält es sich auch mit unserem Körper. Wer im lauten Alltag gefangen ist, kann ihn leicht überhören. Oder aber falsch verstehen.
Dann nickt und lächelt man auch, obwohl er einem gerade zu verstehen geben wollte, dass er sich gar nicht wohl fühlt.

Deswegen ist es so wichtig, dass man sich ab und zu eine fünfminütige Auszeit nimmt. Das kann man wirklich überall.
Alles, was man machen muss, ist einmal die Augen zu schließen, die Hand auf das Herz zu legen und ein paar Mal tief ein und aus zu atmen. Dabei konzentriert man sich auf die sich hebende und senkende Brust und spürt einmal nach.

EINATMEN. RUHE. AUSATMEN. INNEHALTEN. NACHSPÜREN.

Sobald man das äußere Geräuschewirrwarr ausgeblendet hat, kann man in sein Inneres eintauchen und sich fragen: Was brauche ich gerade? Was brauchst du, lieber Körper, gerade?

2. Im Hier und Jetzt sein

Oft ist er aber nicht nur der äußere Lärm, der uns leicht ablenkt. Auch in unserem Inneren herrscht oft ein Gedankenchaos, das unsere innere Stimme nicht zu uns durchdringen lässt.

Deswegen ist es wichtig, bewusst und präsent zu sein und alle Sorgen aus der Vergangenheit und Zukunft abzulegen. Meditation eignet sich dafür hervorragend. Aber keine Angst. Es gibt dafür eine noch einfachere Methode. Man muss einfach nur seinen Radar einschalten und seine gegenwärtige Umgebung “abtasten”. Und schon kommt man im Hier und Jetzt an und wird sich vielem bewusster.

3. Geduldig mit seinem Körper sein

Nicht sofort wird einem der Körper eine Antwort liefern. Das braucht Übung. Schließlich ist man ja gerade erst dabei, seine Sprache zu lernen. Im Französischunterricht war das damals doch auch so. “Bonjour tout le monde” verstand ich damals auch nicht auf Anhieb. Anfangs fragte ich mich immer, was der Unterricht denn jetzt mit dem Mond zutun hatte…

Je öfter man in seinen Körper hineinhört, umso klarer versteht man ihn irgendwann. Man muss nur geduldig mit sich und ihm sein und bald schon kommt der Tag, an dem man begreift, was er einem gerade für eine Botschaft sendet.

4. Ohne Wertung, einfach hinnehmen

Während ihr die “Vokabeln eures Körpers” lernt, ist eine offene, vorurteilsfreie Haltung übrigens besonders wichtig. Wenn Signale kommen, nehmt sie hin und bewertet sie nicht. Teilt sie nicht in richtig oder falsch ein. Tut sie nicht ab. Macht sie nicht zu groß, aber auch nicht zu klein.

Hört einfach hin, bleibt neugierig und denkt immer daran, dass unsere Körper sich selbstregulierende Systeme sind und schon am Besten wissen, was sie brauchen. Also quatscht ihnen nicht mit wertenden Worten dazwischen. Verunsichert sie und euch nicht.

Verlasst euch auf eure innere Stimme.

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