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Diese 5 Dickmach-Mythen habe ich mir selbst widerlegt

Kohlenhydrate bringen einen zum Explodieren. Fette machen fett. Nicht-Raucher legen zu. Wer viel trainiert, bekommt dicke Muskeln.

Oh wow, hört man zum Thema Zunehmen viel. Ob nun Trainer im Fitnessstudio, die ständig diäthaltende Freundin oder aber der Ernährungswissenschaftler im TV – jeder will seinen zuckerreduzierten Senf dazu geben. Alle meinen zu wissen, was uns so richtig in die Breite gehen lässt.

Headlines wie “Fett macht fett” können zu Mangelernährungen führen und gehören verboten!

Lange Zeit habe ich all diese vermeintliche Tipps aufgesogen wie ein Schwamm. Vor allem während meiner Magersucht habe ich vieles geglaubt, was ich gehört oder gelesen habe. Und leider auch umgesetzt.

All dieses Gerede hat in mir regelrechte Ängste ausgelöst. Vor allem Kartoffeln traute ich nicht mehr über den Weg. Auf keinen Fall durften sie auf meinem Teller landen. Die waren doch voll von bösen Kohlenhydraten. Und die machen ja dick!

Achtung, hier lauert Ironie

Während ich diesen Blogeintrage schreibe – kein Scherz – esse ich gerade vier große Exemplare des “deutschen” Nachtschattengewächses mit schön viel nativem Olivenöl und Salz. Ja, auch noch Fette gibt es bei mir zu den eh schon bösen Kohlenhydraten. Ich müsste doch eigentlich mit jedem Bissen mindestens fünf Kilo zunehmen! Fett macht doch auch fett!

Doch das einzige, das so richtig fett ist, ist meine Ironie. Die habe ich gerade nämlich ziemlich dick aufgetragen. Weder Kohlenhydrate noch Fette lassen einen Menschen explodieren. Im Gegenteil: Wir benötigen sie für unterschiedlichste Körperfunktionen, als Energielieferanten und als Futter für unsere Darmbakterien.

Ich schreibe aus eigener Erfahrung. Für mich. Für euch. Gegen die Dickmach-Lügen.

Wer mir jetzt nicht glaubt, weil ich das so bestimmt auch nur von irgendeinem Experten aufgeschnappt habe, dem kann ich direkt verraten: Nope, das habe ich alles selbst “ertestet”. Ich habe im Laufe der letzten Jahre fünf große Zunehm-Mythen für mich selbst enttarnt. Einfach in dem ich genau das getan habe, was man nicht tun sollte, glaubt man denn alles und jedem.

Damit auch ihr die Wahrheit erfahrt und so die vermeintlichen Zunehm-Ängste minimiert werden, möchte ich meine Erfahrungen hier mit euch teilen.

1. Fett macht Fett

Unglaublich aber wahr: Vor kurzem wollte mir im Gym eine Trainerin weiß machen, dass man nur schlank sein kann, wenn man keine Fette ist. Eigentlich hatte ich bisher geglaubt, dass sie Ahnung hätte. Aber sorry, sie hat anscheinend keinen blassen Schimmer.

Vielleicht hat sie durch ihren Irrglauben aber auch einfach zu wenig Nüsse gegessen und ihr Hirn so unzureichend gefüttert. Gesunde – vor allem mehrfach ungesättigte – Fettsäuren sind unter anderem nämlich eins: heilsames Brainfood.

Wir finden sie vor allem in hochwertigen Ölen, Samen und Nüssen – die ich alle täglich zu mir nehme. Mein Morgen beginnt nämlich schon mit einer wahren Fettbombe. Ich trinke nach dem Aufstehen immer einen Teelöffel Hanföl sowie Wasser mit gequollenen Leinsamen. Anschließend kommen dann Peanut Butter und Mandeln in mein Frühstück.

Wie die Portionen bisher mein Hirn verändert haben, kann ich nicht sehen. Auf meinen Körper und meine Fettpolster kann ich hingegen einen Blick werfen. Wobei nö, kann ich nicht. Da sind nämlich nirgends Fettpolster.

Auch nachdem ich letzte Woche erst eine ganze Tüte Erdnüsse (ca. 225 Gramm) geknackt und vernascht hatte, wachte ich am nächsten Morgen nicht dicker auf.

“Fett macht fett” ist einfach nicht wahr! Streicht den Mist aus eurem Kopf und füttert dieses lieber mit richtig vielen Walnüssen (wenn ihr nicht gerade eine Histaminintoleranz habt. Dann setzt lieber auf Chiasamen!).

2. Nach 18 Uhr nimmt man vom Essen zu

Die Packung Erdnüsse aß ich übrigens in unserem Urlaub in Amerika. Abends. Um etwa 22 Uhr. Denn noch eins habe ich in den letzten zwei Jahren gelernt: Man kann auch spät essen, ohne direkt dick zu werden.

In der Regel esse ich meine letzte Mahlzeit um etwa 21 Uhr. Ich bin unter der Woche nämlich meist bis 20.20 Uhr beim Sport, muss dann noch nach Hause und kann dann erst essen. Das ziehe ich jetzt seit vielen Monaten durch und habe keine Veränderung auf der Waage beobachtet.

Wer auch immer euch also einreden möchte, dass ihr ab 18 Uhr nichts mehr essen dürft, hat nur eins verdient: Stopft der Person den Mund mit einer ganzen Hand voll Peanuts. Ganz spät am Abend. Am besten um 23.30 Uhr.

3. Kohlenhydrate sind wahre Dickmacher

Wenn ich diesen Satz noch einmal höre, weine ich. Dann trauere ich um jede einzelne Kartoffel, die plötzlich einen so schlechten Ruf haben soll und daher ein ganz einsames Dasein frittet. Oder aber ich adoptiere sie und esse sie dann selber.

Das mache ich momentan eh täglich. Also nicht adoptieren, sondern essen. Kartoffeln are life! – ist gerade mein Motto 😄.
Denn tatsächlich haben sie mir in den letzten Wochen – vor allem aber auf unserer Amerikareise – das Leben gerettet.

Momentan vertrage ich aufgrund meiner Histaminintoleranz nämlich nur acht Lebensmittel. Darunter eben auch Kartoffeln, die ich vorgekocht einfach überall mit hinschleppen und essen kann. Sogar im Flieger packte ich meinen Tupper Erdäpfel aus, als alle anderen ihr Tablett von der Stewardess bekamen.

Ob ich dadurch zugelegt habe? Ja. Nämlich an Wissen. Ich weiß jetzt, dass gesunde Kohlenhydrate nicht dick machen. (Die besten sind übrigens Hülsenfrüchte, Hafer und Vollkorn.)

4. Wer pumpen geht, bekommt sofort dicke Muskeln

… you wish! Das ist leider gar nicht so. Schön wäre es.

Ich bin besonders im letzten Jahr viel im Gym gewesen und trainiere seit November 2017 ausschließlich mit Gewichten. Dabei stehe ich zwischen all den Kerlen in der “Pumperecke” und muss oft selber über diesen Anblick lächeln. Denn nein, auch wenn ich meinen Bizeps curle wie Arnie, bin ich noch lange kein Terminator.

Verändert hat sich mein Körper aber schon. Ich bin heute viel definierter als damals zu meinen Cardio-Hochzeiten. Habe ich damals noch 1000 Sit-Ups gemacht und mein Bauch blieb unverändert, gehe ich heute kurz an die Gewichte und tadaaaa, es zeichnen sich Mini-Abs ab.

Also: Runter vom Laufband und ran an die Squat-Rack. Ihr bekommt keinen Stiernacken. Höchstens einen fitten Körper, den alle anstieren.

5. Sobald man mit dem Rauchen aufhört, schnellt das Gewicht nach oben

Dass ich, wenn ich am Glimmstängel ziehe, meinem Körper nichts Gutes tue, war mir natürlich schon lange bewusst. Aufhören wollte ich trotzdem nicht. Ich traute es mich nicht – aus Angst zuzunehmen.

Man hört es ja schließlich aus jeder Richtung: “Als ich aufgehört habe, habe ich zehn Kilo zugelegt.” Oder “Ich habe echt nicht anders gegessen und trotzdem heftig zugenommen.”

Vor einem Jahr entschied ich jedoch: Gut, dann nehme ich halt zu. Dann werde ich halt “dick”.

Ich hörte auf zu rauchen, nachdem ich fast zehn Jahre lang an der Zigarette hing. Und wisst ihr was? Ich nahm kein Gramm zu. Keins. Ja, nichtmal ein halbes.

Sollte euch dieser Mythos also immer noch abhalten, die Sucht ebenfalls anzugehen, dann lasst euch gesagt sein: Er ist Bull**it. Ihr könnt ihn echt in der Pfeife rauchen. Ach ne. Ja eben nicht. Zündet ihn an. Raucht ihn nicht. Und schmeißt eure letzte Schachtel weg. Am besten gleich jetzt.

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